RUMPELKAMMER, f. eine kammer, in der altes, unbrauchbares hausgeräth aufbewahrt wird (s. plunderkammer th. 7, 1947, polterkammer th. 7, 1991): das erzählen, das nachdenken über einen mann, der mir gefiel, die begierde, ihn gegen alle zu vertheidigen, die ihn unrecht nahmen, die ihn als einen boshaften oder kleinen menschen in die rumpelkammer hinabstieszen, das zurechtrücken in ein vortheilhafteres licht, brütet allmählig mit mütterlicher wärme an. FR. MÜLLER 2, 5; übrigens ging er selig mit doppelten gliedern, mit mehren köpfen und rückgraten behangen, die er aus der trödelbude und rumpelkammer des todes geholt, nach hause. J. PAUL Katzenbergers badereise 2, 11; jetzt ziehen sogar unsre tragischen dichter das alte eherne schicksal aus der rumpelkammer des griechischen theaters hervor. KLINGER 12, 113; wir haben am sonntag soviel rumpelkammern durchsucht, alterthümer, kunststätten betrachtet. BETTINA briefe 1, 50; man solle doch einmal gewisse sachen in der alten rumpelkammer vergraben lassen. BÖTTIGER litt. zustände 2, 111;

ein kehrichtfasz und eine rumpelkammer,
und höchstens eine haupt- und staatsaction.
GÖTHE 12, 38.

Jacob Grimm und Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch (1854-1960)