Do It The Russian Way! Duplizität der Ereignisse bei der Schacholympiade für die russische Mannschaft, ansonsten sicherlich eine der Enttäuschungen des Wettkampfes.

Kramnik spielte in der 6. Runde eine seiner seltenen Kampfpartien und gab gegen Short zwei Leichtfiguren für einen Turm und ein paar Bauern.

Nach 45. Zügen stand diese Stellung auf dem Brett.

Kramnik (Russland) – Short (England)
Dresden, 19.11.2008

kramnikshort.jpg

46.Tb2!?
Objektiv nicht am besten, aber Short macht einen unglaublichen Fehler.
46…Kxa6??
Das Turmendspiel nach 46…Txc6 47.Tb7+ Kxa6 48.Tbxe7 Sxe7 49.Txe7 Tf6+ 50.Kg4 Txf2 51.Te5 bietet auch wenig Trost. Zäher war 46…Sb6 47.Kg4 Kxa6 48.Kg5 und Weiß hat mit seinem aktiven König die bessere Stellung. Schwarz kann sich schwer entknoten.
47.Th1!
Der Turm nutzt das ganze Brett aus. Schwarz könnte nur unter Figurenverlust das Matt vermeiden (47…Sxc6 48.Ta1+ Sa5 49.Tba2). Daher: Aufgabe.

Das gleiche Motiv kehrte in der 10. Runde wieder.

Lenic Luka (Slowenien) – Morozevich (Russland)
Dresden, 23.11.2008

lukamorozevich.jpg

Der Damenflügel ist festgefahren. Schwarz bricht jetzt am Königsflügel durch.
51…g4+! 52.Kxg4??
Der Weiße erkennt Moros Absicht nicht. Die Alternativen sind aber auch nicht sehr verlockend: 52.fxg4 gibt das Zentrum auf 52…Sxe4 53.Ta3 Td8 54.Lf3 Sg5+ 55.Kh2 h3; am besten war noch
52.Kh2 Th8 53.Tb1 g3+ (Auf g3 steht dieser Bauer deutlich besser als auf g5.) 54.Kg1 h3
52…h3!!
Ein schönes Räumungsopfer. Die schwarzen Türme setzen auf h und g matt. Weiß gab auf.