Werfen wir mal einen Blick auf eine Bezirksligapaarung aus der 2. Runde:

SFO Warnemünde III 3.0 – 5.0 Greifswalder SV III

Remus,Jörn – – + Valet,Alexander
Patrias,Joachim + – – Zimmermann,Gordon
Sack,Reinhard 0 – 1 Nauschütz,Ernst
Knobloch,Reiner 0 – 1 Külzer,Marius
Härtel,Joachim ½ – ½ Schmidt,Gerhard
Bruhn,Siegfried ½ – ½ Pitz,Marko
Staben,Raimund ½ – ½ Fiedler,Thomas
Warmuth,Rüdiger ½ – ½ Stoldt,Hans-Helmut

Wir sehen das leider übliche Elend in den unteren Ligen: Es werden Bretter freigelassen, eine schlechte Angewohnheit, die erfahrungsgemäß zum Ende der Saison hin noch stärker um sich greifen wird. Für Alexander war es der zweite kampflose Sieg im zweiten Spiel, mal sehen, wieviele noch hinzukommen werden. In der Regel betrifft es ja die vorderen Bretter, ich habe noch nicht gesehen, dass mal das achte Brett verschenkt worden wäre.

Die freigelassenen Bretter kosten jeden Verein nach der geltenden Turnierordnung (pdf) fünf Euro, eine Sanktion, die offenkundig keinerlei Abschreckungswirkung hat. Ich schlage deshalb daneben eine sportliche Sanktion vor: Es muss aufgerückt werden, die Bretter sind vom achten beginnend aufwärts freizulassen. Nicht die regelmäßig stärksten Spieler lässt man ins Leere laufen, sondern die nominell schwächsten.

Sicherlich: Eine solche Regelung erhöht die Gefahr für den Spieler am achten Brett (einen Spieler, der bislang praktisch eine Einsatzgarantie hat), sich den Sonntag umsonst um die Ohren zu hauen. Diese Konsequenz ließe sich zum Beispiel dadurch vermeiden, dass man die Brettreihenfolge für die gemeldeten Spieler innerhalb bestimmter Wertzahldifferenzen freigibt. Dann kann hinten rotiert und das Risiko verteilt werden.

Beim oben zitierten Spiel hätte ein Aufrücken übrigens dafür gesorgt, dass alle 14 Spieler hätten spielen können.

Edit: Ich sehe gerade, dass wir diese Diskussion schon mal hatten. Macht nichts.