In mehreren Zeitungen wird Bertina Heinrichs‘ Buch „Die Schachspielerin“ rezensiert. Harald Fietz ist im Schach-Magazin 64 (11/2006) recht angetan. Henrichs sei mit einer unprätentiösen Sprache eine eindringliche, aber undogmatische Geschichte über die Fähigkeit gelunge, sein Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen und dem Glück des täglichen Dazulernens zu frönen. Dem praktizierenden Schachspieler sei diese Gabe zum selbstverständlichen Ritual geworden. Für mich eine sehr optimistische Sichtweise. Ist das Schachspiel wirklich ein Berg, den man langsam hinaufsteigt? Was ist mit all den einfachen Fehlern, dem anhaltenden strategischen Unverständnis, dem Gefühl, dieses Spiel nicht zu verstehen und allmählich wieder schlechter zu werden?

Holger Blauhut rezensiert in der Fernschachpost 4/2006 eine „sonnendurchflutete und weißwein- und ouzogetränkte Geschichte“ und bemängelt die schachlichen Fehler, die sich durch das Buch zögen (z.B. die Vorliebe der Protagonistin, mit den weißen Figuren den beschleunigten Drachen zu spielen). Nun ja, ein schachliches Lektorat wird der Verlag nicht vorhalten. Wer mag, kann aber einmal nachlesen, wieviel Recherche ein Autor wie Philip Kerr für seine Bücher treibt.

Frei von solch fachlichen Bedenken ist naturgemäß Joseph Hanimann in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 13.05.2006. Er möchte fast von einer sehr gelungenen Profilstudie eines Frauenlebens sprechen. Im heiteren Licht mediterraner Lebensbejahung verzichte das Buch auf abschüssige Stellen, Bedrohlichkeit, Erschütterungen und entlasse die Schachspielerin in eine rühmliche Turnierniederlage.