Das Vereinsturnier des Greifswalder SV wird seit zwei Jahren als doppelrundiges Rundenturnier in mehreren Gruppen ausgetragen. Durch diesen Modus kommen eine Menge anspruchsvoller Partien zusammen, zugleich werden die Tücken des Schweizer Systems umschifft. Am Dienstag spielte ich meine letzte Partie gegen Hannes Leisner und hoffte nach fünf Remisen noch auf +1.

Tatsächlich behandelte Hannes sein Blumenfeldgambit ungenau, so dass ich mit Weiß nach zwölf Zügen bereits ganz ordentlich stand. Doch jetzt (Diagramm) verpasste ich meine frühe Chance.

12…Sd7?
Das ist wegen der Schwäche auf d6 ganz schlecht. Besser war 12…Kd8, um den König nötigenfalls nach c7 bringen zu können.
13.Sb3?
Geht an der Gelegenheit vorbei. Der Springer strebt nach a5, von wo aus er b7, c6, c4 und b3 kontrolliert. Es war aber schon Zeit für konkrete Aktionen – 13.a4! hätte den Punkt c4 direkt für den Springer d2 freigekämpft. 13…bxa4 (13…c4 ist der Normalzug, weswegen ich 13.a4 nicht ernsthaft erwogen hatte, aber: 14.axb5 axb5 15.Txa8+ Lxa8 und jetzt hatte ich 16.Sd4 übersehen, die Bauern auf b5 und c4 sind akut gefährdet.) 14.Sc4 Kd8 15.Scxd6 Lxd6 16.Sxd6 Kc7 17.Sxb7 Kxb7 18.f3 mit einer sehr bequemen Stellung für Weiß. Langfristig sollten die sechs Bauerninsel Schwarz gehörige Probleme bereiten.
13…Se5 14.f4 Sg6 15.g3 Lc8 16.a4 b4 17.Se3 Ld7
Auch mit diesem Versäumnis ergab sich noch eine anständige Stellung für mich, die ich nach einem weiteren Rechenfehler aber nicht verwerten konnte. Stattdessen tatsächlich noch Kampf um das Remis – mit Erfolg.

In der nächsten Woche spielen Christian Bartolomäus (3/5) und Hannes (3.5/5) den Vereinsmeister aus. Die Wertung muss jedenfalls nicht bemüht werden.