In Chanty-Mansijsk findet gerade der Weltcup statt, dessen Gewinner (wahrscheinlich) am nächsten WM-Kandidatenturnier teilnehmen darf. Die Finalisten der letzten Ausgabe, Schirow und Kamsky, sind bereits ausgeschieden. Beim Weltcup handelt es sich um ein merkwürdiges Knockout-Format, in dem die Entscheidungen regelmäßig erst in den Schnell- oder gar Blitzpartien fallen. Zuvor werden zwei reguläre Partein gespielt, etwas euphemistisch Mini-Match genannt. Eigentlich ganz übersichtlich, wenn man die erste Partie verloren hat, muss man die zweite Partie gewinnen, um ins Stechen zu kommen.

Der 21-jährige Viktor Laznicka hatte seine Weißpartie gegen Shakhriyar Mamedyarov verloren. Die zweite Partie verlief heute wie folgt:

1.d4 d5 2.c4 dxc4 3.Sf3 Sf6 4.e3 e6 5.Lxc4 a6 6.a4 c5 7.0–0 Sc6 8.Sc3 Le7 9.De2 cxd4 10.Td1 e5 11.exd4 exd4 12.Sxd4 Sxd4 13.De5

mam
r1bqk2r/1p2bppp/p4n2/4Q3/P1Bn4/2N5/1P3PPP/R1BR2K1 b kq – 0 13

Soweit alles Theorie. Hier nahm der Tscheche das Remisgebot von Weiß an. Vielleicht musste er ja sein Flugzeug bekommen.