Es mag ja Fälle geben, in denen man sich wünschen würde, seinem Gegenüber nicht beim Spiel zusehen zu müssen. Vor diesem Problem steht man beim Fernschach offenkundig nicht. Dafür gibt es auf einem Fernschachserver aber andere Probleme, von denen Jörg Seidel in der Fernschachpost 2/2006 berichtet:

Die meisten Spieler hielten es nicht einmal für nötig, sich zu Beginn einer Partie vorzustellen oder aber, wie das ja bei jeder Nahschachpartie gang und gäbe ist, den Gegner zu begrüßen, ihm Glück zu wünschen etc. Man fing einfach an, ganz als ob man gegen einen Computer spielte. Und tat man etwa etwas anderes?

Zu diesen Zeitgenossen gehört der Wismarer Andreas Schinke gewiss nicht, der im Nahschachleben für die HSG Uni Rostock spielt und sich gerade für das Kandidatenturnier der (Fernschach-)Weltmeisterschaft qualifiziert hat. Neben zwei wilden Partien von ihm erfährt man aus dem Heft, dass Andreas Briefmarken sammelt und deswegen ein wenig dem Postkartenschach hinterhertrauert.

Und außerdem kann konnte man 100 Euro gewinnen, wenn man ein schönes Logo für den Deutschen Fernschachbund entwirft. Hier sind alle Kandidaten zu sehen. Wenn man mich fragt, ich hätte dieses genommen. Mich fragt aber keiner.