Die Ausgabe 02/2006 des Schach-Magazins 64 ist vor allem der Berichterstattung zu den vielen Offenen Turnieren gewidmet, die traditionell über Silvester ausgetragen werden: Schwäbisch Gmünd, Aschach, Basel, Hastings, Zürich, Bethune, Travemünde, Erfurt, Ybbs, Enger, Böblingen, Stockholm. Die Anschaffung des Heftes wird schon durch die beiden Partiekommentare vom Staufer-Open von Frank Zeller gerechtfertigt. Besonders hübsch dieses Schlussspiel zum Thema Unterverwandlung.

In der Partie Ikonnikow – Inkiov zog der Schwarze hier 46…Ke5? und verlor in der Folge ziemlich klar, weil der weiße König nach dem Vorrücken nach g7 einfach zum Damenflügel laufen kann. Frank Zeller zeigt, dass 46…Sg7 wegen 47.e5+! Kxe5 48.h6 Kf6 49.h7+- auch verloren ist. Mit 46…Sd4 hätte der Schwarze dagegen mehr Widerstand leisten können. Zeller weist nach 47.e5+ Kxe5 48.g7 Sf5 das Motiv der Unterverwandlung hin, welches hier in ein gewonnenes Springerendspiel überleitet. 49.g8S! Ke6 50.Kg5 Sd6 51.Kg6 Sf5 52.Sf6 Sh4+ 53.Kg5 Sf3+ 54.Kf4 Sd4 55.Se8 Kf7 56.Sd6+ Kg8 57.Ke4 47.h6 Kf6 48.g7 Kf7 49.e5 Sd4 50.Kg5 Se6+ 51.Kf5 Sd4+ 52.Ke4 Se6 53.Kd5 1–0

Fotos von schachspielenden Menschen neigen ja ein wenig zur Eintönigkeit. Wunderbar ist in der Zeitschrift deshalb ein Bild von Henrik Teske, der mit schelmischem Blick und mit den verschneiten Dächern Erfurts als Kulisse im Hintergrund einen Sizilianischen Drachen gegen einen bebrillten Teddybären als Gegner vorträgt. Plüschtiere am Schachbrett wären sicherlich mal einen eigenen Artikel wert.

Ansonsten? Eine Rezension von Harald Fietz über das Epos „Russians Versus Fischer“ von Pliesetzky und Voronkov. Und ein schöner Artikel von Eric van Reem über Schachkolumnen im Internet.