Die letzte Runde in Wijk aan Zee hatte die perfekte Choreografie: Radjabov und Topalov führten das Feld punktgleich an und konnten in der Partie gegeneinander einen alleinigen Turniersieger ausspielen. Doch dazu kam es nicht. Die Elista-Ereignisse schienen noch immer nachzuwirken, Radjabov und Topalov wiederholten achtzehneinhalb Züge aus der 10. Matchpartie, mit der Kramnik damals den Ausgleich schaffte. Doch dann (D) wich Topalov mit 19… Sxe5 ab. In Elista ging die Partie nach 19…Sf6 20.Sxb5 La6 21.a4 später verloren. Vielleicht wollte Topalov jetzt der Schachwelt demonstrieren, dass er einen spektakulären Weg zum Ausgleich gefunden hatte. Es ging weiter mit 20.dxe5 d4 21.Le3 dxe3 22.Dxe3 – das Damenopfer 22.Txd8 exf2 23.Dxf2 Lxd8 wollte sich Radjabov unvorbereitet nicht antun – 22…Lg5 23.Dc5 Le7 24.De3 und Remis durch Zugwiederholung. War das der berühmte Fighting Spirit des Bulgaren? Immerhin – es war Radjabov, der sich entschieden hatte, es nicht darauf ankommen zu lassen. Vielleicht eine Ironie der Geschichte – hätte Topalov in Elista gewonnen, wollte er in diesem Jahr seinen Titel gegen Radjabov verteidigen.