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Der Wagen ist die für einen westlichen Schachspieler am leichtesten zu verstehende Figur beim Xiangqi – er entspricht in seiner Zugweise vollständig dem Turm (wenn man von der fehlenden Rochade im chinesischen Schach absehen will). Der Wagen zieht also waagerecht und senkrecht so weit er will. Da eine Entsprechung zur Dame fehlt, ist der Wagen zudem die weitaus stärkste Figur im Schach, um so mehr, als langwieriges Öffnen von Linien hier überflüssig ist – die Ausgangsstellung hat schon vier offene Linien, auf denen die Wagen rasch in die gegnerische Stellung eindringen können. Auch das Verdoppeln der Türme, im westlichen Schach ein gängiges Thema, spielt beim Xiangqi kaum eine Rolle. Der Wagen ist in erster Linie eine sehr bewegliche Angriffsfigur. Typische Manöver sind Schwenks auf der eigenen zweiten Reihe und auf der eigenen fünften Reihe (die „Flusswache“).

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Das Beispiel demonstriert neben der Angriffskraft des Wagens auch die Stärke eines Soldaten, der den Fluss überschritten hat. Ein Soldat in der Nähe des feindlichen Palastes entwickelt oft Wagenstärke. Rot gewinnt: 1.Wi10+ Wf10 Einziger Zug 2.Wg10! Zugzwang 2…Wxg10 3.Sxg10 Patt. Der schwarze Feldherr kann sich nicht rühren. Die schwarzen Berater sind durch den bösen Blick des roten Feldherrn festgelegt. Schwarz hat keinen Zug mehr.