Thema der 2. Runde Morelia dürfte ja eigentlich der Einsteller Topalovs gegen Ivanchuk sein, dem sich aber bereits der Kollege Entwicklungsvorsprung gewidmet hat. Überhaupt zeigt Vasily Ivanchuk bislang ein schönes Schach, zumal wenn man bedenkt, dass er in kürzester Frist für den zurückgetretenen Radjabov eingesprungen ist und sich deshalb weder auf das Klima, noch auf die Zeitzone, noch auf seine Gegner besonders vorbereiten konnte.

Wir widmen uns dafür der zweiten Partie Carlsens, die er fast mit Schwarz gegen Aronian gewonnen hätte. Diesmal opferte sein Gegner eine Figur, allerdings ohne genügende Kompensation. Im 27. Zug war diese Stellung entstanden. Statt jetzt etwa mit 27…Lf8 weiter zu konsolidieren, spielte Carlsen zu schnell 27…Td7? und bekam nach 28.e6! Lxe6 29.Tg8+ Lf8 30.Txf8+! Kxf8 31.Qh6+ Ke7 ein Remis – Weiß hat nach 32.Qg5+ Ke8 33.Qg8+ Ke7 34.Qg5+ Dauerschach. 31…Ke8 war Magnus offenbar zu riskant, in der Tat behielte Weiß nach 32.Qxe6+ Kd8 33.Rg1 Kc7 34.cxb5 axb5 35.a4 wegen der unsicheren Stellung des schwarzen Königs und dem Läuferfeld e5 genügend Spiel für die Qualität. Angeblich benötigte Hikaru Nakamura nur 10 Sekunden, um auf dem Server 28.e6! zu finden. Die Leute auf den Servern können ohnehin alle besser Schach spielen.