In die Lostrommel (4)

Nächster Versuch, das Preisausschreiben der Schachzeitschrift Kaissiber zu gewinnen. Meine Lieblingsartikel aus der Nummer 32:

1. Peter Anderberg: Sammi Fajarowicz 100 Jahre

Der Kaissiber widmet sich seit langer Zeit dem Leben und dem schachlichen Erbe dieses tragischen Helden.

2. Arno Nickel: Freistil

Der Berliner Schachverleger und Fernschachgroßmeister über eine neue Schachdisziplin. Freestyle ist ein Hybrid aus Nahschach, Fernschach und Computerschach. Partien im Internet mit Normalschachbedenkzeit und Computerunterstützung. Klingt interessant.

3. Alfred Diel: Vera Menchik

Der Vera-Menchik-Klub ist leider geschlossen. Judit Polgars Vorgängerin.

4. Bent Larsen: Die Meisterzüge

Larsen analysiert Grischuk gegen Inarkjew nach der Methode “Spiel mit gegen Großmeister”

5. Stefan Bücker: Am Triumphlager des Königsgambits

Der Herausgeber bringt die Ungarische Verteidigung 1.e4 e5 2.f4 exf4 3.Sf3 g5 4.h4 g4 5.Se5 d6 6.Sxg4 Sf6 7.Sxf6+ Dxf6 auf den neusten Stand. Eine sehr solide Arbeit. Die Probleme für das Königsgambit dürften aber woanders liegen.

In die Lostrommel (3)

Mein dritter Versuch beim Preisauschreiben des Kaissiber. Meine fünf Favoriten aus der Nummer 31 (SB: “ein seltsames Kaissiber”) sind:

1. Stefan Bücker, Maurits Wind und Michiel Wind: Neues im Schara-Henning-Gambit

Keine Diskussionen über Platz 1. 32 Seiten über 1.d4 d5 2.c4 e6 3.Sc3 c5 4.cxd5 cxd4 lassen nichts zu wünschen übrig. Geschichte, Theorie und viele neue Ideen dieser Eröffnung. Ein Literaturverzeichnis mit 45 Positionen. Großartig.

2. Alfred Diel: Mir Sultan Khan

Ich mag diese Geschichten über Spieler, die aus dem Nichts auftauchen und im Nichts verschwinden. Schöner Gedanke, dass da jemand sitzen könnte und über unser Spitzenschach schmunzelt.

3. Gerard Welling: Du Chattels Universalsystem

Springer am Rande extrem – 1…Sh6 gegen alles. “Hat der Gegner eine größere Wahl, so hat er auch mehr Chancen, Fehler zu begehen.”

4. Peter Anderberg: Klaus Junge in Dresden

Schach während des 2. Weltkrieges, den Klaus Junge nicht überlebt hat.

5. Bent Larsen: Mehr Morgenkaffee

Zwei Partiekommentare des hellwachen Dänen aus Argentinien. “Wieso nur glauben diese guten Leute, jeder Abtausch erleichtere das Verteidigen?”

In die Lostrommel (2)

Meine Top-5-Beiträge aus dem Kaissiber Nr. 30. Mehr als fünf darf man leider nicht nennen. Mal sehen, ob ich diesmal einen Preis gewinne:

1. Chrilly Donninger: Gecko

Chrilly stellt leider seine regelmäßige Kolumne im Kaissiber ein, bleibt der Zeitschrift aber als Autor erhalten. Sein rotziges Computer-Sprech muss man einfach mögen. Klein-Weich als Bezeichnung für eine bekannte Computerfirma kannte ich noch nicht.

2. Alfred Diel: Sie sind am Zuge – wie geht es weiter?

Stefan Bücker hat nach Einstellung des Schach-Reports diese Rubrik mit in den Kaissiber genommen. Die Kombinationsecke ist ein liebenswertes Fossil.

3. Klaus Gawehns: Theorie und Praxis: Owen-Verteidigung

Teil 1 einer Abhandlung zu 1.e4 b6 2.d4 Lb7. Eine Fleißarbeit, die neben den Varianten die Ideen erklärt, die im jeweiligen Stellungstyp von Bedeutung sind. Der Autor verschweigt auch die für Schwarz kritischen Abspiele nicht. Gute Idee, ein mit vergleichsweise wenig Aufwand für den Amateur spielbares System vorzustellen.

4. Peter Anderberg: Capablanca in Göttingen

“In der Schachspalte einer Braunschweiger Tageszeitung stieß der Verfasser auf die Ankündigung einer Simultanveranstaltung des kubanischen Exweltmeisters in der niedersächsischen Universitätsstadt Göttingen am 9. April 1935.” So beginnen die Geschichten von Schachistorikern, an deren Ende fünf vergessene Capablanca-Partien stehen.

5. Bent Larsen: Ist es praktisch, “Praxis” zu studieren?

Wenn Nimzowitsch Aronian gegen Anand kommentieren würde.