Ich sah in der Erin­ne­rung noch genau das Zim­mer neben der Küche, in dem wir manch­mal, sel­ten genug, allein uns zusam­men­du­cken konn­ten, wäh­rend neben­an in der Küche die übri­ge Fami­lie ihre Strei­tig­kei­ten aus­trug, an denen es hier nie­mals fehl­te; Ein klei­nes dunk­les Zim­mer mit unaus­rott­ba­rem Kaf­fee­ge­ruch, denn die Tür zu der noch dunk­le­ren Küche war Tag und Nacht offen. Dort saßen wir beim Fens­ter, das auf eine über­deck­te, den Hof umlau­fen­de Paw­lat­sche hin­aus­gi­eng und spiel­ten Schach. Zwei Figu­ren fehl­ten in unse­rem Spiel und wir muß­ten sie durch Hosen­knöp­fe erset­zen, dadurch ent­stan­den zwar wenn wir die Bedeu­tung der Knöp­fe ver­wech­sel­ten oft Schwie­rig­kei­ten, aber wir waren an die­sen Ersatz gewöhnt und blie­ben dabei.

Franz Kaf­ka: Ein jun­ger Stu­dent (1922–24)