Die Mar­shall-Ver­tei­di­gung im Damen­gam­bit ist im „All­tags­schach“ eini­ger­ma­ßen gebräuch­lich. Mit eini­gen genau­en Zügen kann Weiß aller­dings einen Vor­teil für sich reklamieren.

1.d4 d5 2.c4 Sf6 3.cxd5 Sxd5

3…g6 4.Da4+ Ld7 5.Db3

4.Sf3

Die Zug­fol­ge ist hier wich­tig. Weiß kon­trol­liert zunächst ein­mal den Punkt e5, bevor der Sprin­ger ver­trie­ben wird. 4.e4 Sf6 5.Sc3 e5 6.Sf3 (6.dxe5 Dxd1+ 7.Kxd1 Sg4) 6…exd4 7.Dxd4 Dxd4 8.Sxd4 Lb4 9.f3 c6 10.Lg5 Sbd7 11.0–0–0 ergibt aller­dings auch eine sehr beque­me Stel­lung für Weiß. Schwarz hat jetzt drei wesent­li­che Möglichkeiten:

1) 4…e6 5.e4 Sf6 6.Sc3 Le7 7.Ld3 führt zu einer gedrück­ten Stel­lung für Schwarz. Der Wei­ße droht jeder­zeit mit dem Bau­ern­vor­stoß e4-e5 den Angriff auf den schwar­zen Königs­flü­gel zu eröffnen.

a) 7…0–0 8.0–0 b6 9.De2 Lb7 10.Lg5 Sbd7 11.Tfd1

b) 7…c5 8.dxc5 Lxc5 9.0–0 Sc6 10.e5 Sd7 11.De2

2) 4…Lf5 5.Db3 e6 6.Sc3 (6.Dxb7!? Sd7 7.a3 Lxb1 8.Txb1 Lxa3 ist unklar.) 6…Sc6 7.e4 Sxc3 8.exf5 Sd5 9.a3 Dd6 10.Dxb7 Tb8 11.Da6 Le7 12.Lb5 Tb6 13.Lxc6+ Txc6 14.Dd3

3) 4… g6 5.e4 Sb6 6.h3 Jetzt ist eine dem Wei­ßen güns­ti­ge Grün­feld-Indi­sche Struk­tur ent­stan­den. Der schwar­ze Sprin­ger konn­te sich nicht auf c3 abtau­schen. Der übli­che Druck auf den Bau­ern d4 ist nur schwer zu orga­ni­sie­ren. 6…Lg7 7.Sc3 0–0 8.Le2 Sc6 9.Le3 e5 10.d5 Se7 11.Db3 a6 12.Td1 Dd6 13.0–0