Schmidt trat hin­aus auf die Stra­ße und nahm einen tie­fen Atem­zug. Es spiel­te kei­ne Rol­le mehr. Er war im Frei­en. Er war nun ein Ber­li­ner wie jeder ande­re. Wo wür­de er ent­lang­spa­zie­ren? Wo wür­de er sich her­um­trei­ben? Ein Her­um­trei­ber war er, ein rich­ti­ger Aben­teu­rer. Schmidt wand­te sich nach rechts, die Albrecht­stra­ße hinunter.

Der Laden für Schach­fi­gu­ren. Es bedient Sie der amtie­ren­de Ber­li­ner Meis­ter. Wie konn­te der davon leben, daß er Schach­fi­gu­ren ver­kauf­te? Schmidt muß­te täg­lich acht Stun­den arbei­ten, und die­ser Typ mit dem wei­ßen Wal­le­haar saß nur in sei­nem Laden her­um. Ande­rer­seits, er war Schach­meis­ter. Amtie­ren­der Schachmeister.

Titus Mül­ler: Stadt­luft macht frei (via Titus Mül­ler – Jour­nal)