Am Sonn­abend (28.01.2006) war Bun­des­li­ga in Ber­lin! Nein, vom Fuß­ball ist dies­mal nicht die Rede; Schach, 1. Bun­des­li­ga und mit sage und schrei­be acht Mann­schaf­ten gab sich die Hälf­te der Liga ein Stell­dich­ein in der Hauptstadt!

Ber­lin liegt selbst mit dem kar­gen Regio­nal­ex­zess (tschul­di­gung: Regio­nal­ex­press) nur 2 Stun­den, Bahn­hof Zoo, ent­fernt; von da ist man mit der S‑Bahn in kei­nen 10 min in der Fried­rich­stra­ße! Dort im ehr­wür­di­gen Haus der Rus­si­schen Wis­sen­schaft und Kul­tur (frü­her war das schlicht die Deutsch-Sowje­ti­sche-Freund­schaft…) hat­te man sich zusam­men­ge­fun­den. Kurz zum Drum­her­um: So ganz glück­lich waren dort wohl nicht alle Mann­schaf­ten. Im Erd­ge­schoss, wo ab 18 Uhr auch das Kaba­rett »Kneifzange« öff­ne­te (sie­he Bild mit sel­bi­ger), war es im Erd­ge­schoß etwas frisch, um das mal höf­lich zu unter­trei­ben und etwas laut, was nicht unter­trie­ben ist. Eini­ge GM lie­ßen ihre Jacken daher gleich an, GM Tes­ke war mehr­mals beim Klei­der­wech­sel (Pull­over an, Pull­over aus); Brett 8 bei SF Ber­lin – Tegern­see wur­de nach Remis­schluss an Brett 1 nach einer Stun­de schnell mal von der Tür umge­setzt eben an Brett 1, der arme Bun­des­trai­ner Uwe Bönsch stand mit sei­nem Brett mehr in den Zuschau­er­rän­gen als in der Absper­rung; letzt­end­lich: Wer sel­ber mal in der Ober­li­ga in Schwe­rin sich mit eini­gen Schi­ris aus Ham­burg „rumärgern“ durf­te, was Spiel­be­din­gun­gen angeht, der sah sich in Ber­lin in der 1. Liga leicht über­rascht, was da als „akzeptabel“ galt! Ohne jetzt in end­lo­sen Meckern aus­zu­bre­chen: Ein Spa­gat zwi­schen Schach-Bun­des­li­ga als Sport und als Zuschau­er­ma­gnet ist ganz sicher nicht so einfach!

Kurz zu dem, was ich dann schach­lich zu sehen bekam: Tegern­see war am Sonn­abend letzt­lich dem Ber­li­ner „Heimvorteil“ nicht gewach­sen und unter­lag trotz Favo­ri­ten­stel­lung den Schach­freun­den mit 3–5, neben­an gewann Kreuz­berg gegen Eppingen!

Eine Eta­ge dar­über, auch das erstaun­lich, häm­mer­te Porz (mit 8 GM, auch ohne die Wijk-Teil­neh­mer!) die armen Sachen aus Goh­lis mit 7,5–0,5 aus­ein­an­der (da muss GM Wagan­jan, der übri­gens auch heu­te beim 7.5–0.5‑Gemetzel gegen Zehlen­dorf als ein­zi­ger nicht gewann, die Sie­ges-Bie­re bezah­len). Erstaun­lich nicht die Höhe des Sie­ges, son­dern dass im Gegen­satz zu den Ber­li­nern unten das Zuschau­er­inter­es­se hier oben deut­lich gerin­ger war, ein­zig beim Match Zehlen­dorf (die sind Rei­se­part­ner von Goh­lis und damit der ande­re Ber­li­ner Aus­rich­ter) gegen Godes­berg war das ers­te Brett, Kasimdshanov-Rich­ter, etwas bes­ser besucht. So konn­te man unge­stört den Legen­den Timman, Wagan­jan und Anders­son, der nach ca. 2 Stun­den den Tor­rei­gen eröff­ne­te, zuschau­en. Bei Zehlen­dorf gegen Godes­berg setz­ten sich die Gäs­te trotz Nie­der­la­ge an Brett 2 von GM Jen­ni am Ende durch.

Soweit, so schön, Spaß hat es alle­mal gemacht und nach dem Stand der Din­ge dem­nächst mal im Febru­ar in Ham­burg rein­schau­en, dann kommt Baden und noch mehr Stars.

Sven Helms