Nach 1.g4 ent­steht eine mei­ner Lieb­lings­er­öff­nun­gen – der Grob-Angriff. In aller Regel wird der wei­ße Spie­ler davon aus­ge­hen dür­fen, dass der Schwar­ze schon vor sei­nem ers­ten Halb­zug aus dem Buch ist. Angus Dun­ning­ton gibt in „winning unor­tho­dox openings“ drei Haupt­zie­le der Eröff­nung an: Raum­ge­winn, lan­ge Läu­fer­dia­go­na­le, Ver­wir­rung des Geg­ners. Zumin­dest das letz­te Ziel dürf­te rea­lis­tisch sein.

Wer sich ernst­haft mit dem Gedan­ken trägt, die­se Eröff­nung zu spie­len, soll­te sich aber zunächst Gedan­ken machen, wie er mit dem fol­gen­den Abspiel umge­hen will.

1.g4 e5 Schon ver­däch­tig, das Schwarz nicht das nahe­lie­gen­de 1…d5 wählt. 2.Lg2 Das ist der Sys­tem­zug, den ich aus prin­zi­pi­el­len Grün­den bevor­zu­gen wür­de. Wegen der nach­fol­gen­den Schwie­rig­kei­ten muss man sich aber auch mit 2.c4 beschäf­ti­gen. Danach wirkt 2…d5 über­ra­schend stark. Nach 3.cxd5 Dxd5 4.Sf3 Lxg4 5.Sc3 kön­nen Opti­mis­ten von wei­ßer Kom­pen­sa­ti­on für den Bau­ern­ver­lust spre­chen. 3.Lg2 dxc4 4.Da4+ c6 5.Dxc4 Le6 wirkt aber auch sehr bequem für Schwarz. Viel­leicht muss der Wei­ße des­halb sogar das ängst­li­che 2.d3 erwä­gen. 2…h5 Er kennt sich aus! 3.gxh5 3.h3 hxg4 4.hxg4 Txh1 5.Lxh1 Dh4 6.Lf3 e4 ver­liert einen Bau­ern. 3…Dg5 4.Lf3 Dh4 5.Sc3 5.d3 Sf6 6.c4 Sc6 7.Sc3 Lb4 8. Ld2 Lx3 9.Lxc3 d6 10.e3 Sxh5 ergab in Tutu­rin – Lykov, Kras­no­jarsk 1998, eine fast eng­li­sche Struk­tur. 5…Sf6 5…c6 strebt nach dem Voll­zen­trum und sieht inter­es­sant aus. 6.d3 (6.e4? Lc5 7.d4 Lxd4 8.De2 Lxc3+ 9.bxc3 Sxh5 -+ war Skem­bris – Mariot­ti, 1981) und ECO endet hier mit der rat­lo­sen Ein­schät­zung unklar.