Im Vor­feld hat­te das Mini-Match zwi­schen Aro­ni­an und Carl­sen die größ­ten Erwar­tun­gen von den Halb­fi­nals in Elis­ta geweckt und die am häu­figs­ten geäu­ßer­te Mei­nung war, dass man am liebs­ten bei­de bei Welt­meis­ter­schafts­tur­nier gese­hen hät­te. Das ver­hin­dert der Modus, die Erwar­tun­gen wur­den frei­lich nicht ent­täuscht. Carl­sen konn­te mit rie­si­ger Kampf­kraft sowohl in den sechs Nor­mal­par­tien (zwei­mal) als auch in der Ver­län­ge­rung mit vier Schnell­schach­par­tien (ein­mal) Rück­stän­de aus­glei­chen. Die Ent­schei­dung fiel erst in den bei­den Blitz­par­tien zuguns­ten Aro­ni­ans. Die Blitz­par­tien wur­den nach zehn Minu­ten Pau­se an die Schnell­schach­par­tien ange­schlos­sen. Sicher ein Spek­ta­kel für die Zuschau­er, aber eine Tor­tur für die Spieler.

Die Stel­lung (Dia­gramm) stammt aus der ers­ten Blitz­tur­nier. Carl­sen hat­te nach zwei­fel­haf­ter Eröff­nung einen Bau­ern ohne aus­rei­chen­de Kom­pen­sa­ti­on ver­lo­ren, konn­te dann aber eine Art Auf­fang­stel­lung errich­ten, die er hier über­zog. Der Sprin­ger steht auf d4 opti­mal, der Turm gehört auf die 7. Rei­he. Nach 43…Kd7 44.Ta7+ Tc7 hät­te der Arme­ni­er noch gehö­rig Tech­nik demons­trie­ren müs­sen, zumal der Tausch des c‑Bauern gegen den schwar­zen e‑Bauern häu­fig in ein Remis-End­spiel mün­den wird. Statt­des­sen woll­te Magnus for­cie­ren: 43…Se6? 44.Kf5! Sxc5 45.Tc3 g6+ 46.hxg6 Se6 47.Txc6 Sd4+ 48.Kg4 Sxc6 49.Kh5 und Auf­ga­be zwei Züge spä­ter. Schwer zu sagen, ob er die Fes­se­lung tat­säch­lich über­se­hen hat.