Der Hen­ker, der jetzt die Cha­li­fen­burg ganz und gar unter sich hat, den selbst die all­mäh­lich immer mehr auf­kom­men­den Freun­de der Zobaïda und Hol­ag­ga umschmei­cheln, redet wie ein äch­ter Staats­mann, bekämpft in ers­ter Linie den Anhang der Prin­zen Emin und Mamun. Und dann ver­langt der rothe Mann, Hol­ag­ga sol­le mit ihren Sän­ge­rin­nen ein paar weh­müt­hi­ge Lie­der sin­gen, um den Cha­li­fen wei­cher zu stim­men. Die Hol­ag­ga erklärt sich bereit, wenn Mas­rar so freund­lich sein wol­le, mit ihr eine Parthie Schach zu spie­len. Und sie gehen in die stil­le Fischer­hüt­te, die oben auf dem Veil­chen­hü­gel steht; die Hol­ag­ga ist ein wil­des Weibs­bild, das vor­treff­lich Schach spie­len kann.

Paul Scheer­b­art: Der Tod der Bar­me­ki­den (1897)