Da war der Bücher­schrank aus Satin­holz mit sei­nen Schul­bü­chern vol­ler Esels­oh­ren. An der Wand hing noch der­sel­be zer­fetz­te flä­mi­sche Wand­tep­pich, auf dem fast ver­bli­chen ein König und eine Köni­gin in einem Gar­ten Schach spiel­ten, wäh­rend Fal­ke­nie­re im Zug vor­bei­rit­ten und Vögel, denen die Kap­pe über den Augen saß, in den eisen­be­hand­schuh­ten Hän­den tru­gen. Wie gut er sich an alles erin­ner­te! Jeder Augen­blick sei­ner ver­ein­sam­ten Kin­der­zeit kam ihm zurück, als er um sich sah. Er gedach­te der unbe­fleck­ten Rein­heit sei­nes Kna­ben­le­bens, und es schien ihm ent­setz­lich, daß hier das ver­häng­nis­vol­le Bild­nis ver­bor­gen wer­den soll­te. Wie wenig hat­te er in jenen Tagen, die dahin waren, von alle­dem geahnt, was auf ihn war­ten sollte!

Oscar Wil­de: Das Bild­nis des Dori­an Gray (1891)