Es wirkt viel­leicht ein biss­chen kau­zig, die ein­zi­ge nicht-ent­schie­de­ne Par­tie der 5. Run­de zu erwäh­nen. Die drei Weiß-Sie­ge habe ich jedoch nicht genug ver­stan­den, um dazu etwas Sinn­vol­les sagen zu kön­nen. Die Par­tie Leko-Kram­nik demons­trier­te ganz gut, wor­an eine Titel­ver­tei­di­gung Kram­niks bei die­sem Tur­nier schei­tern könn­te – sein Schwarz­re­per­toire ist grund­so­li­de, in einem Run­den­tur­nier könn­ten aber ein paar Weiß­sie­ge und sie­ben Schwarz­re­mis am Ende zu wenig sein, zumal nach dem ver­ge­be­nen Sieg gegen Gri­schuk nur noch vier Weiß­par­tien übrig sind.

Leko wich nach 1.e4 e5 mit 2.Lc4 der Rus­si­schen Par­tie aus und lei­te­te dann in einen geschlos­se­nen Ita­lie­ner über. Zuletzt hat­te er hier 21.Kg1-g2 gezo­gen und einen Angriff auf der h‑Linie ange­deu­tet. Genug Anlass für Kram­nik, mit drei genau­en Zügen alles Leben aus der Stel­lung zu neh­men: 21…dxe4 22.dxe4 Sxf5 23.gxf5 Dc4 Es folg­te noch 24.Le3 Lxe3 und Leko nahm das schwar­ze Remis­ge­bot an. Nach 25.Dxe3 (25.Txe3 Td2 ist natür­lich schlecht) 25…Td7 (25…Td3 bringt wegen der Fes­se­lung des Turms nach 26.De2 Ted8 27.Tad1 auch nichts ein) 26.Tad1 Ted8 27.Txd7 Txd7 begrün­det die Herr­schaft über die offe­ne d‑Linie allen­falls einen sym­bo­li­schen Vor­teil für Schwarz.