Vis­wa­nathan Anand ist (so gut wie) neu­er Schach­welt­meis­ter, es ist nicht anzu­neh­men, dass er in den letz­ten drei Run­den die andert­halb Punk­te Vor­sprung auf Boris Gel­fand (der ges­tern ein Kurz­re­mis gegen Svid­ler gab) ver­lie­ren wird. Zum Königs­ma­cher des Tur­niers wur­de Alex­an­der Moro­ze­vich, der in der 9. Run­de Kram­nik besieg­te und in der 11. Run­de gegen Anand ver­lor. Moro­ze­vich setz­te die Reha­bi­li­tie­rung der vom Aus­ster­ben bedoh­ten halb­of­fe­nen Spie­le fort, Anand zeig­te sich aber auch im Naj­dorf-Sizi­lia­ner bes­tens vor­be­rei­tet und kas­sier­te im Mit­tel­spiel den gesam­ten schwar­zen Damen­flü­gel ein. Schwarz konn­te zwar noch den h‑Bauern zur Umwand­lung rin­gen, stand aber gleich­wohl auf Ver­lust und gab Weiß hier mit 55… De4 die Chan­ce, die Par­tie durch den schö­nen Zug 56.Te5 zu beenden.

Ent­täu­schend der feh­len­de Kampf­geist Kram­niks, der nach einer hal­ben Stun­de und zwölf eige­nen Zügen in der Rus­si­schen Ver­tei­di­gung Gri­schuks Remis­ge­bot akzep­tier­te. Jetzt dro­hen drei durch­re­mi­sier­te Run­den. Viel­leicht besin­nen sich die Spie­ler aber noch ein­mal dar­auf, wozu sie nach Mexi­ko gekom­men sind – zum Schachspielen.