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Es gibt zwei wesent­li­che Metho­den für die Nota­ti­on im chi­ne­si­schen Schach – die sich inter­es­san­ter­wei­se in der Unter­schei­dung zwi­schen alge­brai­scher und beschrei­ben­der Nota­ti­on im west­li­chen Schach wiederfinden.

In Deutsch­land wird (wahr­schein­lich über­wie­gend) auch im Xiang­qi eine alge­brai­sche Nota­ti­on ver­wen­det. Jedes Feld hat eine fes­te Bezeich­nung, die sich aus einem aus Zah­len und Buch­sta­ben gebil­de­ten Koor­di­na­ten­sys­tem ergibt. Der Zug wird dann dadurch notiert, dass man mit­tels einer Abkür­zung die zie­hen­de Figur sowie ihr Aus­gangs­feld und Ziel­feld bezeich­net – bei der ver­kürz­ten Nota­ti­on nur das Ziel­feld. Das hat zwei wesent­li­che Vor­tei­le – die Nota­ti­on ist ver­traut und man kann eine Aus­gangs­stel­lung nicht nur mit­tels Dia­gramm, son­dern auch beschrei­bend darstellen.

Gleich­wohl habe ich mich aus meh­re­ren Grün­den für die beschrei­ben­de Nota­ti­on entschieden:
1. Sie ist inter­na­tio­nal gebräuch­lich und vom Welt­ver­band empfohlen.
2. Sie ermög­licht das Lesen eng­lisch­spra­chi­ger (theo­re­tisch auch chi­ne­sisch­spra­chi­ger) Literatur.
3. Sie ver­rin­gert die Gefahr von Ver­wechs­lun­gen beim west­li­chen Schach.
4. Sie ist schön.

Die beschrei­ben­de Nota­ti­on hat aller­dings einen schwer­wie­gen­den Nach­teil – ein Nota­ti­ons­feh­ler (und davon wim­melt es in den Büchern!) fällt nicht sofort auf und setzt sich des­halb beim Nach­spie­len mit­un­ter lan­ge fort.

Ähnlich wie bei der eng­li­schen Nota­ti­on erfolgt die Auf­zeich­nung der Züge aus der Per­spek­ti­ve des jewei­li­gen Spie­lers. Aus roter und schwar­zer Sicht wer­den die Lini­en von rechts nach links von 1 bis 9 durch­num­me­riert. Ein Halb­zug wird dann mit vier Zei­chen dargestellt:

- einer Abkür­zung für die gezo­ge­ne Figur
– der Linie, von der díe Figur kommt
– einem Zei­chen für die Rich­tung des Zuges (Plus für einen Zug nach vorn, Minus für einen Zug nach hin­ten, Gleich­heits­zei­chen oder Punkt für einen Zug zur Seite)
– der Linie, zu der die Figur zieht; bleibt die Figur auf der Linie (nur beim Feld­her­ren, dem Wagen, der Kano­ne und dem Sol­da­ten mög­lich), wird ange­zeigt, wie­vie­le Fel­der die Figur bewegt wird

Die Abkür­zun­gen lau­ten wie folgt:
Feld­herr: K (King)
Bera­ter: A (Advi­ser)
Ele­fant: E (Ele­phant)
Pferd: H (Hor­se)
Wagen: R (Rook)
Kano­ne: C (Can­non)
Sol­dat: P (Pawn)

Wer üben mag, kann die­se Eröff­nung nach­spie­len. Ich habe ein­fach die häu­figs­ten Züge aus der Daten­bank genom­men. Am Ende müss­te die obi­ge Stel­lung auf dem Brett stehen.

1. C2=5 H8+7
2. H2+3 R9=8
3. R1=2 H2+3
4. H8+9 P7+1
5. C8=7 R1=2
6. R9=8 C2+4
7. R2+4 C8=9
8. R2=4 R8+1
9. P9+1 R8=2
10. P3+1 P7+1
11. R4=3 H7+8
12. R3+5 C9=7