Ein Vorteil an der Oberliga ist, dass man mit dem Zug zu den Auswärtsspielen fahren kann. Der Nachteil ist, dass der Zug um 6.38 Uhr abfährt. Am Samstag war ich etwas spät zuhause losgegangen und sah den Zug einfahren, als ich gerade auf dem Bahnhofsvorplatz war. Ein Lauf mit vollem Gepäck, Treppe runter, Tunnel lang, Treppe hoch, einsteigen. Am Südbahnhof steigt Wilfried zu, der Rest der Mannschaft ist schon in Berlin. Bis Anklam hatte ich wieder meinen Ruhepuls erreicht, zumal, als Adrian pünktlich auf dem Bahnsteig auftauchte. Der Rest der Mannschaft ist schon in Berlin.

Der Vorteil an der Hinfahrt ist, dass man sich noch ein bisschen auf die Runde vorbereiten kann. Adrian und ich nutzten die Zeit zu einer kleinen Partie auf dem Steckschach. Königsindisch, Figurenopfer Adrian, Turmverlust bei mir, Angriff, Gegenangriff, zwei Läufer gegen Turm und Springer, beiderseitige Bauernumwandlung und schließlich Dauerschach, obwohl ich das Damenendspiel trotz Minusfigur hätte auf Gewinn spielen können, wie die nachträgliche Analyse ergab, in der Adrian aber schließlich seinerseits ein Dauerschach nachweisen konnte. Es war meine beste Partie an diesem Wochenende, nicht rekonstruierbar und für immer verloren.

Adrian zeigte noch eine tragische Partie aus seiner Europameisterschaft, ehe wir in Bernau im Schneegestöber aussteigen mussten. Gleisbauarbeiten, Endstation. S‑Bahn nach Gesundbrunnen, S‑Bahn nach Jungfernheide, U‑Bahn nach Spandau, Bus zum Melanchthonplatz. Den Rest zu Fuß. Wir waren pünktlich.