In der 2. Run­de in der Ober­li­ga hol­ten wir bei König Tegel II über­ra­schend bei­de Punk­te (tat­säch­lich kann ich mich nicht erin­nern, dass wir gegen Tegel II, die qua­si das Grund­in­ven­tar der Ober­li­ga Nord­ost dar­stel­len, über­haupt schon ein­mal etwas geholt haben). Die Gast­ge­ber rich­te­ten mit ihrer ers­ten Mann­schaft zugleich eine Bun­des­li­ga­run­de aus, wir spiel­ten des­halb nicht in ihren Stamm­lo­kal, son­dern mit uralten klei­nen Figu­ren auf Kunst­stoff­bret­tern in der Lob­by einer pri­va­ten Uni­ver­si­tät. Es war etwas zugig, weil die Tür stän­dig auf­stand, durch die die Bun­des­li­ga ab und zu zu den Toi­let­ten eil­ten, als deren Vor­raum sich unse­re Spiel­stät­te erwies. Immer­hin benutz­te nie­mand die Geträn­ke­au­to­ma­ten, die neben den Bret­tern vor sich hinbrummten. 

Die ein­zi­ge Auf­re­gung in mei­ner Par­tie war eine miss­glück­te Rekla­ma­ti­on von Zug­wie­der­ho­lung durch mei­nen Geg­ner, die mir zwei Minu­ten zusätz­li­che Bedenk­zeit ein­brach­te. Vor den Zeit­kon­trol­le hat­ten wir eine Wei­le hin- und her­ge­zo­gen, um abzu­war­ten, wie die ande­ren Par­tien lau­fen wür­de. Ich hat­te aber dar­auf geach­tet, dass nicht drei­mal die­sel­be Stel­lung mit der­sel­ben Sei­te am Zug ent­stan­den war. 

gallienkalhorn

Nach­dem sich der Rauch an den ande­ren Bret­tern ver­zo­gen hat­te, war ich sehr froh, als Max mir hier sag­te, dass ein Remis okay wäre. Schwarz steht natür­lich mit dem Frei­bau­ern auf d4 bes­ser, aber Weiß hat kei­ne wei­te­ren Schwä­chen und Schwarz müss­te Risi­ken ein­ge­hen, um auf Gewinn zu spie­len. Ich ver­such­te trotz­dem noch pro for­ma den ein­zi­gen Hebel 42…f6 43.Dd1 Kh6 44.Dd2+ g5, um Kampf­geist zu simu­lie­ren und am Königs­flü­gel eine Linie für mei­nen Turm zu öff­nen, aber der Wei­ße hielt mit 45.f3 De5 46.Kf2 Kg6 rich­tig dage­gen. Ich bot schnell Remis, bevor es wirk­lich span­nend wur­de, was sofort ange­nom­men wurde. 

Es wur­de dann eine sehr fröh­li­che Rückfahrt.