Der Deutsche Schachbund hat eine kluge Entscheidung getroffen: Er hat die Saison der 2. Bundesliga um ein Jahr verlängert. Die Saison wird erst im Jahr 2021 zu Ende gespielt. Die 2. Bundesliga ist die einzige Liga, die der Schachbund noch selbst veranstaltet (die 1. Bundesliga verwaltet sich selbst und bis hoch in die Oberliga werden die Schachligen von den Landesverbänden organisiert). Die Entscheidung wird sich aber wohl in alle Ligen durchfressen, weil es im Jahr 2020 keine Auf- und Absteiger aus und in die 2. Bundesliga geben wird. Es ergibt deshalb wenig Sinn, oberhalb und unterhalb der 2. Bundesliga den Spielbetrieb in diesem Jahr noch abzuschließen.

Vielleicht ist damit endlich der Gordische Knoten durchschlagen. Alle Landesverbände haben jetzt genug Zeit, um die für die nächsten Wochen und Monate geplanten Wettkämpfe zu verschieben. Ganz egal, was demnächst behördlich wieder erlaubt wird oder nicht, es ist jedenfalls unvernünftig, jetzt Menschen in geschlossenen Räumen einzusperren, in denen sie sich stundenlang bei einem Meter Entfernung anatmen können. Erst recht, wenn mindestens die Hälfte davon zur Risikogruppe gehört. Der Schachkalender ist ohnehin schon voll genug. Dann könnten auch mal die Mitteilungen des Landesschachverbandes aufhören, in denen die nächsten Turniere erst angekündigt und dann wieder abgesagt werden. Bei bisher einer Meldung scheint der Einzelpokal sowieso verzichtbar.

Update

Das Deutsche Schachbund hat seine Entscheidung wieder zurückgenommen und will jetzt erstmal abwarten, was die Schachbundesliga entscheidet. Wie man in Zeiten von geschlossenen Grenzen eine Liga betreiben will, in der zum großen Teil Ausländer spielen, bleibt spannend.

Foto: muffinn
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