Nach­dem er schon Gegen­stand einer klei­nen sprach­wis­sen­schaft­li­chen und schach­his­to­ri­schen Dis­kus­si­on gewe­sen ist, soll Vic­tor Iva­no­vich Soul­tan­bei­eff (im Bild bei einer Simul­tan­ver­an­stal­tung) nun auch eine eige­ne Wür­di­gung erfah­ren. Soul­tan­bei­eff wur­de 1898 in Russ­land gebo­ren. 1920 ver­lies er sein Land und ging zunächst nach Bul­ga­ri­en und in die Türkei.1922 kam er in größ­ter Armut nach Bel­gi­en und lies sich dort nie­der. Soul­tan­bei­eff stu­dier­te Che­mie und schloss sich einem ört­li­chen Schach­ver­ein an. Von 1922 bis 1969 nahm er 25 mal an der Ver­eins­meis­ter­schaft teil und gewann 25 mal. Er wur­de drei­mal Bel­gi­scher Meis­ter. Aus beruf­li­chen Grün­den hat er nur weni­ge Tur­nie­re im Aus­land gespielt. Soul­tan­bei­eff starb 1972 an den Fol­gen einer Operation.

Hier eine kräf­ti­ge Kurz­par­tie des gro­ßen bel­gi­schen Schach­meis­ters. In einer geschlos­se­nen Ita­lie­ni­schen Par­tie trägt Schwarz einen hef­ti­gen Angriff auf den wei­ßen Königs­flü­gel vor.

Liu­bar­ski – Soultanbeieff
Lie­ge, 1928
C53 Ita­lie­ni­sche Partie

1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lc4 Lc5 4.c3 Lb6 5.d4 De7 6.0–0 Sf6 7.d5 Sb8 8.Ld3 d6 9.h3 h6 10.De2 g5 11.Sh2 g4 12.hxg4 Tg8 

13.Lxh6? 13.Sd2 Sxg4 14.Shf3= 13…Sxg4 14.Le3 Sxh2 15.Kxh2 Dh4+ 16.Kg1 Dh3 17.g3 Th8 18.f3 Lxe3+
0–1

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