Der Begriff des Sports oder des Sport­lers wird weder in den Ein­zel-DBA noch im MA aus­drück­lich defi­niert. Der Mus­ter­kom­men­tar (MK, dort Nr. 6, abge­druckt bei Debatin/Wassermeyer, a. a. O., Art. 17 MK) zu Art. 17 OECD-MA gibt ledig­lich den Hin­weis, dass die Sport­ler­klau­sel des MA auch für Ein­künf­te aus ande­ren Ver­an­stal­tun­gen gel­te, denen übli­cher­wei­se Unter­hal­tungs­cha­rak­ter bei­zu­mes­sen sei, wie z. B. Billard‑, Schach- oder Brid­ge­tur­nie­re. Damit wird der Begriff des Sports abkom­mens­recht­lich wei­ter gefasst als im Rah­men der deut­schen beschränk­ten Steu­er­pflicht, da das Abkom­mens­recht auch rein geis­ti­ge Tätig­kei­ten (wie z. B. das Schach­spie­len) umfasst, wäh­rend z. B. § 49 Abs. 1 Nr. 2 d EStG grund­sätz­lich nur sport­li­che Tätig­kei­ten umfas­sen soll, wel­che kör­per­li­che Anstren­gun­gen erfor­dern, die über den all­täg­li­chen Rah­men hin­aus­ge­hen (vgl. Blü­mich-Wied, EStG u. a., § 49 Rn. 101 m. w. N.; Schmidt-Hei­ni­cke, § 49 Rn. 30 (zwei­felnd in Bezug auf das Schach­spie­len)), so dass von einem eigen­stän­di­gen abkom­mens­recht­li­chen Sport- und Sport­ler­be­griff aus­zu­ge­hen ist (eben­so Was­ser­mey­er in Debatin/Wassermeyer, a. a. O., Art. 17 Rn. 26).

Finanz­ge­richt Müns­ter, Urteil vom 03.02.2006, Akten­zei­chen: 2 K 4000/03 E, über Doppelbesteuerungsabkommen