Differenzierungen

Das Kartenspielen hatte man aus der „Wirtshaustradition“ übernommen, doch wurde Schach zur beliebtesten Beschäftigung der Kaffeehausbesucher. Die Neuheit des Billards wurde durch das Kaffeehaus erst populär und zählt zu dessen Attributen. Große Bedeutung kam den Kaffeehäusern im Hinblick auf den Tabakgenuss zu, da das Rauchen auf offener Straße lange Zeit nicht gestattet war. Aus all diesen Einzelheiten setzt sich der spezifische Charakter des Kaffeehauses zusammen. Mit einer einseitigen Betonung kulinarischer Genüsse würde man die Eigenart dieses Gasthauses verfehlen, dass deshalb unbedingt von der besonderen Form der Konditorei abzugrenzen ist.

Die Kulturtussi mit einer Kulturgeschichte des Kaffeehauses.

Leo Trotzki

Er spielte Schach, er las seine Zeitung, er trank Kaffee, er diskutierte. Darin unterschied sich Leo Bronstein während seiner Wiener Jahre von keinem der anderen Kaffeehausgänger. Ob sie nun Karl Kraus, Friedrich Torberg oder Alfred Polgar hießen. Stammgast im Café Central in der Wiener Herrengasse war er, einer, den man kannte. Staunen dann allerdings an den Wiener Kaffeehaustischen, als die Kunde nach Wien gelangte, der Leo, der sich dann Trotzki nannte, habe in Rußland Revolution gemacht und damit Weltgeschichte. Berühmt der angebliche Ausspruch des damaligen Außenministers: „Gehn S‘, wer soll in Rußland Revolution gemacht haben? Der Bronstein aus’n Café Central?“

reise-report über Wiener Kaffeehäuser