In der 2. Run­de des Mal­mö Open 2007 bekam ich die Kampf­kraft des Nor­we­gers Kje­til Stok­ke zu spü­ren. Wir spiel­ten mit 60 Minu­ten Bedenk­zeit ohne Zeit­kon­trol­le. Irgend­wie war es mir gelun­gen, den schwar­zen Druck abzu­schüt­teln und einen ein­ge­stell­ten Bau­ern mit­zu­neh­men. Ich hat­te zuletzt 38.Lc6 gezo­gen und bei knap­pen fünf Minu­ten gegen zehn Minu­ten Rest­be­denk­zeit Remis gebo­ten. Kje­til schüt­tel­te sich kurz und lehn­te ab. Eine kla­re Ansa­ge: Der Frei­bau­er ist blo­ckiert, not­falls hebe ich dich über die Zeit. Kein schö­nes Gefühl.

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38…Ta5 39.Ta2
39.Tcc1 war rich­tig, um einen Turm­tausch auf der b‑Linie anzudrohen.
39…Tb3 40.h3 h4
Mitt­ler­wei­le spiel­te ich intui­tiv. Am Königs­flü­gel bin ich abge­klemmt. Der schwar­ze Sprin­ger ist in Zeit­not schwer zu berech­nen. Also Hopp oder topp. Viel­leicht ent­steht ja eine kla­re Remisstellung.
41.Txc5 Txc5
Nach eini­gem Ãœber­le­gen gespielt und die rich­ti­ge Ent­schei­dung. Die Alter­na­ti­ve 41…dxc5 führt zu zwei wei­ßen Frei­bau­ern und grö­ße­ren Schwin­del­chan­cen. Nach etwa 42.d6 c4 43.Td2 Td3 44.Txd3 cxd3 45.Kf2 Tc5 46.Lb5 Tc2+ 47.Ke3 d2 48.Ke2 d1D+ 49.Kxd1 Txg2 ent­stün­de eine immer noch unkla­re Stellung.
42.a5 Tc1+ 43.Kf2 Tbb1 44.a6 Ta1
Genau.
45.Txa1 Txa1 46.Lb7
Mir wur­de klar, dass Schwarz die­se Stel­lung end­los wei­ter­spie­len kann. Der König dringt am Königs­flü­gel ein, not­falls kommt mal der Hebel f7-f5. Nach eini­gen wei­te­ren Zügen schließ­lich 0–1.

Time is a part of the game. Lei­der. Im Nach­hin­ein recht­fer­tig­te mein kopf­lo­ses Spiel die Ableh­nung des Remisgebotes.