Kaum habe ich unsi­cher genickt, da geht ein Leuch­ten über sein Gesicht. Aus der Tisch­schub­la­de zieht er Schach­brett und höl­zer­ne geschnitz­te Figu­ren her­vor. Schon sit­ze ich am Tisch und hel­fe ihm, die Figu­ren auf­zu­bau­en, wäh­rend er zusätz­lich eine Ori­gi­nal-Schach­uhr her­an­schleppt. Er prüft sie mit gro­ßer Wich­tig­keit, natür­lich funk­tio­niert sie; der Alte schüt­telt einen schwar­zen und einen wei­ßen Bau­ern in der Hand – alles muß sei­ne Ord­nung haben. Ich muß an mei­ne Schul­zeit den­ken, als er beim Tren­nen der Figu­ren bei­na­he unter den Tisch kriecht, aus Angst, ich könn­te etwas sehen. Ich zie­he schwarz, habe also wirk­lich nichts gese­hen. Das beru­higt ihn.

Wal­ter Groß­pietsch, Lothar Reher, Gise­la Stein­eckert: Neben­an zu Gast (1969)