Das Schach der Sey­chel­len hat zuletzt sei­ne Popu­la­ri­tät ver­lo­ren, was zum Teil am Rück­tritt meh­re­rer Schlüs­sel­spie­ler lag. Die 37. Schach­olym­pia­de in Turin, Ita­li­en, bot hie­si­gen Schach­spie­lern die Mög­lich­keit zu glän­zen und einer von ihnen schaff­te es ent­ge­gen aller Wahr­schein­lich­keit, zu den bes­ten Spie­lern im Gesamt­ran­king zu sto­ßen. Ralph Kimen­de schaff­te nach einem fünf­jäh­ri­gen Rück­zug ein erstaun­li­ches Come­back und führ­te die Mann­schaft der Sey­chel­len auf den 133. Platz von 150 teil­neh­men­den Teams. Die 21 Punk­te der Sey­chel­len sind der bes­te Score, den eine Mann­schaft von hier je bei einer Olym­pia­de erreicht hat. Die Mann­schaft schaff­te den Rekord von drei Sie­gen, zwei Unent­schie­den bei acht Nie­der­la­gen in 13 Run­den. Tat­säch­lich kamen sechs Mann­schaf­ten – Mozam­bi­que (130.), Nami­bia (131.), Hon­du­ras (132.), Sey­chel­len (133.), Macau (134.) und das chi­ne­si­sche Tai­pei (135.) – am Ende auf 21 Punk­te. Der Nach­bar Mau­ri­ti­us wur­de mit 20,5 Punk­ten 137. in der Meis­ter­schaft, die in einem 13-run­di­gen Tur­nier im Schwei­zer Sys­tem aus­ge­tra­gen wur­de. Kimen­de war der bes­te Ver­tre­ter der Sey­chel­len auf der Olym­pia­de. Er steu­er­te her­vor­ra­gen­de 8,5 Punk­te bei. Der 29-Jäh­ri­ge, der einen guten Start mit sei­nem aller­ers­ten Sieg gegen einen Schach­meis­ter, den Fide-Meis­ter San­chez Jor­ge aus Pana­ma hat­te, wird auch in zwei indi­vi­du­el­len Ran­king­lis­ten der Meis­ter­schaf­ten auf­ge­führt. Er war der 12. von 147 Schach­spie­lern an Brett 4 und nach dem Pro­zentrang der 53. der 100 bes­ten Spie­ler mit einem Score von 70,8%. Beim Ran­king der Spie­ler an Brett 4 war Kimen­de nach dem zehnt­plat­zier­ten Fred Ham­pe­ri aus Guern­sey (72,2%) der zweit­bes­te Schach­spie­ler ohne Meis­ter­ti­tel. Der 1. bis 9. Platz wur­de von Groß­meis­tern, Inter­na­tio­na­len Meis­tern und Fide-Meis­tern ein­ge­nom­men. Kimen­de sag­te zu Sports Nation:

Das ist mein bes­tes Ergeb­nis in einem inter­na­tio­na­len Wett­kampf. Ich ver­lor mein ers­tes Spiel kampf­los, weil wir zu spät zu den Meis­ter­schaf­ten kamen. Die­se ent­wi­ckel­ten sich dann aber gut für mich und die Mann­schaft der Sey­chel­len. Ich hät­te mehr Punk­te holen kön­nen, aber mit fehl­te die Kon­zen­tra­ti­on, wenn ich müde wur­de. Die­ses gute Ergeb­nis könn­te hel­fen, das Schach hier zu bele­ben, aber wir hin­ken immer noch hin­ter­her. Wir trai­nie­ren mit Büchern, wäh­rend Schach­spie­ler aus ande­ren Län­dern mit Copm­pu­tern trai­nie­ren können.

Die drei ande­ren Schach­spie­ler der Sey­chel­len auf der Olym­pia­de waren Peter Mei­er (5 Punk­te), Kurt Mei­er (4 Punk­te) und Michel Zialor (3,5 Punk­te). Es muss erwähnt wer­den, dass die bei­den Mei­ers in der Schweiz ansäs­sig sind. Pau­le Dom­in­gue lei­te­te die Dele­ga­ti­on der Sey­chel­len und nah­me am Kon­gress der Fédération inter­na­tio­na­le des Echecs (Fide) teil.

(Sey­chel­les Nati­on, 09.06.2006)