Die 6. Run­de des dies­jäh­ri­gen Mal­mö-Opens sah mich in der gewohn­ten Situa­ti­on. Nach einem ver­patz­ten Start hat­te ich mich auf 3/5 her­an­ge­spielt. Jetzt noch ein Sieg und es kann noch ein ordent­li­ches Tur­nier wer­den. Die Aus­lo­sung ergab eine Schwarz­par­tie gegen Edin Memic, zu dem sich am Abend in Cars­tens Daten­bank tat­säch­lich auch ein paar Par­tien auf­trei­ben ließen.

Sol­cher­art vor­be­rei­tet griff Edin schon im 7. Zug fehl und nach 14 Zügen war die­se Stel­lung auf dem Brett. Ich hat­te zuletzt mit dem Läu­fer auf h4 geschla­gen, viel Zeit genom­men und gemeint, alles gut durch­ge­rech­net zu haben. Nach 20 Minu­ten folg­te 15.Txh4. Für einen Moment dach­te ich, dies sei ein Aus­druck von Ver­zweif­lung, immer­hin hat­te ich ja alles gut durch­ge­rech­net. Da wäre es doch klein­lich, noch­mal in die Stel­lung rein­zu­schau­en. Also sofort 15…Lxf3. Als ich die Figur los­ge­las­sen hat­te, wuss­te ich, was pas­siert war. Ich muss­te erst zwi­schen­tau­schen. 15…Sxc3 16.bxc3 Lxf3 17.Dxf3 Dxh4 18.Dxd5 ergibt dann eine vor­teil­haf­te, wenn­gleich nicht völlg kla­re Stel­lung für Schwarz. So aber nahm das Unheil sei­nen Lauf: 16.Dxf3 Dxh4 17.Sxd5. Das hat­te ich über­se­hen, die Dame deckt weder d5 noch c7 län­ger. Ich spiel­te 17…0–0‑0 18.Dxe4 Dxe4 19.Lxe4 h4 und schlepp­te die Par­tie noch 20 Züge und zwei Stun­den lang hin, bevor ich aufgab.