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In der sechs­ten Ober­li­ga­run­de stand in mei­ner Par­tie gegen Har­dy Sydow aus Ebers­wal­de nach 55 Zügen die­se Stel­lung auf dem Brett. Der Schwar­ze hat­te ein paar Züge zuvor in einer ansons­ten hoff­nungs­lo­sen Stel­lung sei­nen Sprin­ger geop­fert, um alle Bau­ern am Königs­flü­gel abzu­tau­schen. Ich hat­te gera­de den letz­ten schwar­zen Bau­ern auf c6 geschla­gen und muss­te für einen Erfolg der Mann­schaft unbe­dingt gewinnen.

Der schwar­ze Plan war klar – den Läu­fer für mei­nen letz­ten Bau­ern geben und dann gucken, ob ich mit Läu­fer und Sprin­ger matt­set­zen kann. In mei­nem Kopf bau­te sich ein Hor­ror­sze­na­rio auf. Ich hat­te noch nie die­ses End­spiel auf dem Brett. Wie ging das eigent­lich noch­mal? In wel­che Ecke muss der schwar­ze König? Wir hat­ten das neu­lich im Trai­ning geübt: Der Sprin­ger läuft ein W, der König rückt nach und der Läu­fer sichert irgend­wie von hin­ten her ab. Habe ich schon damals nicht rich­tig behal­ten kön­nen. Fei­xen­de bezie­hungs­wei­se ent­setz­te Zuschau­er, die einen Count­down ab 50 zäh­len. Das woll­te ich mir nicht antun. Also muss­te der Bau­er vor­rü­cken, ohne geschla­gen zu wer­den. Es dau­er­te eine gan­ze Wei­le, bis ich das hin­be­kam. Noch ein­mal Glück gehabt.