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In der sechsten Oberligarunde stand in meiner Partie gegen Hardy Sydow aus Eberswalde nach 55 Zügen diese Stellung auf dem Brett. Der Schwarze hatte ein paar Züge zuvor in einer ansonsten hoffnungslosen Stellung seinen Springer geopfert, um alle Bauern am Königsflügel abzutauschen. Ich hatte gerade den letzten schwarzen Bauern auf c6 geschlagen und musste für einen Erfolg der Mannschaft unbedingt gewinnen.

Der schwarze Plan war klar – den Läufer für meinen letzten Bauern geben und dann gucken, ob ich mit Läufer und Springer mattsetzen kann. In meinem Kopf baute sich ein Horrorszenario auf. Ich hatte noch nie dieses Endspiel auf dem Brett. Wie ging das eigentlich nochmal? In welche Ecke muss der schwarze König? Wir hatten das neulich im Training geübt: Der Springer läuft ein W, der König rückt nach und der Läufer sichert irgendwie von hinten her ab. Habe ich schon damals nicht richtig behalten können. Feixende beziehungsweise entsetzte Zuschauer, die einen Countdown ab 50 zählen. Das wollte ich mir nicht antun. Also musste der Bauer vorrücken, ohne geschlagen zu werden. Es dauerte eine ganze Weile, bis ich das hinbekam. Noch einmal Glück gehabt.

3 Gedanken zu „“

  1. Habe gestern mal versucht, das gegen den Computer zu spielen. Der gibt aber mittendrin einfach auf – wahrscheinlich, weil er schon das Matt sieht :-(

  2. Liebe Schachfreunde aus Greifswald. Ich bin zufällig auf diese Seite gestoßen. Herzlichen Glückwunsch zum Erfolg gegen Eberswalde.

    Ich glaube, dass fast niemand dieses Endspiel je in der Turnier-Praxis hatte. Ich kann mich bei mir selbst nur an eine Blitzpartie erinnern, die ich dann kläglich versiebt habe. Zu gewonnenen Endspielen fällt mir noch das Beispiel Svidler – Gelfand ein, wo letzterer mit König und Turm gegen König und Dame verteidigen musste. Die besagte Partie ging remis aus, weil Svidler das Matt erst nach der 50-Züge Regelung geschafft hätte. Also auch hier lohnt es sich weiterzuspielen.

    Viele Grüße aus Berlin
    Martin Schmidbauer

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