Gut­may­er unter­schied einen muti­gen ari­schen Schach­stil von einem fei­gen jüdi­schen. War der ers­te angeb­lich auf eine hel­den­haf­te, anti­theo­re­ti­sche, intui­ti­ve Zer­schla­gung des geg­ne­ri­schen Spiels aus, kal­ku­lier­te der angeb­lich jüdi­sche Stil, ver­harr­te in der Defen­si­ve und zog ein Remis dem hel­den­haf­ten Sieg oder der Nie­der­la­ge vor. So unter­schied er zwei Spiel­sti­le: »Der ers­te: Wil­le zur Macht und Ãœber­macht mit der Ten­denz, das feind­li­che Spiel zu zer­schla­gen. Der ande­re: Wil­le zum kosche­ren Geschäft mit der Ten­denz, jeden­falls sicher zu gehen. Kein Risi­ko, lie­ber zehn­mal ein ekel­haft fei­ges Remis. Daher nur machen, was man genau sieht. Hori­zont: Die eige­ne krum­me Nase. Per­spek­ti­ve: Ein fet­tes Honorar.«

Klaus Gai­sen­kers­t­ing und Mar­tin Krauß über „ari­sches“ Schach