Du kannst nie­mals im Wirt an den Mie­ter appel­lie­ren, der er doch gleich­zei­tig auch ist, noch im Mie­ter an den Wirt. Dazu fehlt ihnen bei­den die Phan­ta­sie. Sie kön­nen ihre eige­nen Inter­es­sen nicht umden­ken, dazu sind die meis­ten Men­schen viel zu mono­man. Wenn einer schwimmt, kann er nicht Schach spie­len; das ist sel­ten. Und sie wol­len auch gar nicht umden­ken: »Wo kämen wir denn da hin!« Ja, wohin kämen sie dann wohl … ? Viel­leicht gar zu einer Anglei­chung der Inter­es­sen? Da sei Gott vor. Jedes Geschäft muß so aus­ge­han­delt wer­den, als hän­ge vom Aus­gang das Gedei­hen der Welt ab; tut man das nicht, dann ist man kein guter Geschäftsmann.

aus „Mie­ter und Ver­mie­ter“, Vos­si­sche Zei­tung, 16.11.1929