Schachblätter

Kurt Tucholsky 120

Du kannst nie­mals im Wirt an den Mie­ter appel­lie­ren, der er doch gleich­zei­tig auch ist, noch im Mie­ter an den Wirt. Dazu fehlt ihnen bei­den die Phan­ta­sie. Sie kön­nen ihre eige­nen Inter­es­sen nicht umden­ken, dazu sind die meis­ten Men­schen viel zu mono­man. Wenn einer schwimmt, kann er nicht Schach spie­len; das ist sel­ten. Und sie wol­len auch gar nicht umden­ken: »Wo kämen wir denn da hin!« Ja, wohin kämen sie dann wohl … ? Viel­leicht gar zu einer Anglei­chung der Inter­es­sen? Da sei Gott vor. Jedes Geschäft muß so aus­ge­han­delt wer­den, als hän­ge vom Aus­gang das Gedei­hen der Welt ab; tut man das nicht, dann ist man kein guter Geschäftsmann.

aus „Mie­ter und Ver­mie­ter“, Vos­si­sche Zei­tung, 16.11.1929

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2 Kommentare

  1. Sehr schön. Schach­bla­et­ter & rank zero haben zu sei­nem Geburts­tag bei­de den­sel­ben Mann the­ma­ti­siert. Einer mei­ner Lieblingsschriftsteller.

  2. Oh, HL wid­met sich neu­er­dings der Literatur…Aber dar­über nicht das Stu­di­um vernachlässigen:-)

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