Wenigs­tens bin ich nicht vor den Par­tien ner­vös. Es ist eher so, dass das Herz in bestimm­ten Stel­lun­gen so zu pochen beginnt, dass die Leu­te um mich her­um irri­tiert um Ruhe bit­ten. Ja, es fließt gut in mei­nem Blut­kreis­lauf, wenn ich Schach spie­le. Unter ande­rem hat das den Effekt, dass ich an Scha­chin­kon­ti­nenz lei­de. Das Herz schlägt schnel­ler, der Blut­durch­fluss erhöht sich und damit steigt der Blut­druck. Ich pin­kel wie ein Schwein. Vor­ges­tern ging (lief) ich 30 Mal und schlug das Was­ser ab (wie es so schön heißt… klingt jed­ch wenig kon­struk­tiv). Ich schaff­te nicht mehr, als ans Brett zurück­zu­kom­men, bevor es im Kreuz weh tat. Kein Wun­der, dass ich schon nach sie­ben Zügen in Zeit­not kam…

Das führt ganz zwang­los zur Enste­hung eines neu­en Sprich­wor­tes, dass jeder­mann nach Wunsch frei gebrau­chen darf:

„Kis­s­nöd ger tidsnöd“

Schack-trul­pen über Scha­chin­kon­ti­nenz. Das Sprich­wort ist schwer zu über­set­zen, „Harn­drang führt zu Zeit­not“ ist viel­leicht am genau­es­ten, gibt aber aber die Schön­heit des Wor­tes „kis­s­nöd“ nicht wie­der. „Jag är kis­s­nö­dig“ heißt „Ich muss mal“ – wört­lich „Ich bin pullernötig“.