Schachblätter

Out Of Bonn (2)

Wer jetzt nochmal

Weiß-Aufschlag
Weiß-Aufschlag
Weiß-Aufschlag
Weiß-Aufschlag
Weiß-Aufschlag
Weiß-Aufschlag
Weiß-Aufschlag

oder so etwas in der Art sagt, dem gehört der Mund mit Seife ausgewaschen. Ich kann das nämlich nicht mehr hören.

Nachtrag

Die allermeisten Links funktionieren nicht mehr.

Kategorien: Marginalien

How To Beat An International Master In Chess » « Klaksvík International 2008

15 Kommentare

  1. Und im nächsten Jahr mach’ ich ein Preisausschreiben: Wer eine Reihe von Fotos aus Bonn der jeweiligen Runde zuordnen kann, gewinnt eine Baggerfahrt durch die Eifel.

  2. Danke für die Sammlung! Wirklich schön und vor allem lehrreich, wie schnell man in so etwas verfällt, wenn man etwas in größter Hast dahinschreibt. Beim ersten Mal war ihr mir der Doppelgänger gar nicht bewusst, habe beim zweiten Mal den Slang mutwillig weiter adaptiert. Aber ein wenig Seife ab und zu schadet ohnehin nicht. 

    Wenn ich mich halbwegs rational verhielte, müsste ich am Wochenende eigentlich aussetzen. Diese Wochen kommt einfach alles auf einmal, und auf die Dauer ist das nicht gut…

  3. Ist natürlich auch der Frust über den fehlenden selbigen meines Idols…

  4. Selbiger muss inzwischen doch so groß sein (der Frust, nicht der Aufschlag oder Kramnik), dass da noch ganz andere Verrisse in der Atmosphäre schweben sollten. Die werden sich wohl entladen, wenn nach dem Match die schon geschriebenen Nachrufe veröffentlicht werden. Ich schwanke noch – könntest Du Dich mit »Des Kramniks neue Kleider« anfreunden?

  5. Ja, ja, jetzt kommen natürlich alle Schlaumeier aus den Büschen, die schon immer gewusst haben, dass Kramnik kein Schach spielen kann. Die sog. Schachöffentlichkeit kann manchmal ganz schön erbarmungslos sein. Oder erbärmlich.

    Liebe kennt keine Liga, würde ich sagen, wenn wir beim Fußball wären.

  6. »Nicht Schach spielen kann« wäre wirklich hart. Also, ich z.B. würde ein Matchangebot von Kramnik noch jederzeit akzeptieren ;)

    Im Ernst, es gibt gerade aus der frühen Phase durchaus einige bleibende Partien. Noch interessanter könnte für die Rolle in der Geschichte werden, wie Kramnik mit der Niederlage umgeht. Capablanca z.B. war ja auch Mitte der 20er allmählich erstarrt und reagierte mit einem beachtlichen Kreativitätsschub auf die Niederlage. Er kam wieder an die Weltspitze und dürfte zwischendurch wieder der stärkste Spieler gewesen sein – auch wenn ihm ein zweiter Kampf verweigert wurde. (Dass Aljechin statt dessen ein zweites Mal gegen Bogoljubow spielte, ist einer der nicht wenigen Schandflecke in der Geschichte der WM-Matche.) 

    Kramnik ist wesentlich jünger als Capa damals und hat immer noch eine Chance, seine dubiose Rolle in der Schachgeschichte wesentlich aufzuwerten. Die Chancen sind auch deshalb gut, weil es – allen Gemeinplätzen zum Trotz – in der jüngeren Computergeneration kaum ernstzunehmende Konkurrenten mit herausragendem Schachverständnis gibt. Wir werden sehen, wie sich Carlsen entwickelt, aber der Rest könnte auch einfach den Ponomariov oder Karjakin machen. 

    Dass Kramnik vielleicht demnächst ohne die ganze politische Protektion auskommen muss – als Ex, ohne aktuelle Qualifikationsaussichten und evtl. nur noch russische Nr. 3 – kann ja auch motivierend wirken. Sich auf einmal ganz alleine durchbeißen zu müssen, spornt als neue Erfahrung womöglich an.

  7. Danke für die Aufstellung! Hätte ich doch sonst die farblich schön gestaltete Tabelle bei chesstigers verpasst.
    Wenn Du es aber richtig übel willst, dann log Dich bei Foidos ein – geht nun auch kostenlos – und höre mal dem Pfleger zu und spätestens nach 5 Minuten brauchst Du einen.
    Ich spielte mal bei einem Kramniksimultan mit – bevor alle wussten, dass er kein Schach spielen kann – und da sind meine Sympathien irgendwie hängen geblieben. Mittlerweile etwas ausgeblichen, aber doch noch vorhanden.

  8. Stefan

    24. Oktober 2008 — 23:30

    Zum lieben Doktor Pfleger hatte ich ja schon mal etwas geschrieben. Seitdem kein weiter Kontakt.

  9. Ja, sehr schön. Es ist aber nun noch viel schlimmer …

  10. Robert Hübner schreibt auf chessbase.de (http://www.chessbase.de/nachrichten.asp?newsid=8301) zu Helmut »For me the game was so disappointing« Pfleger: 

    »Auch die Rolle der kommentierenden Großmeister ist zwiegespalten. Einer (Klaus Bischoff oder Artur Jussupow) vertieft sich in den schachlichen Gehalt der Stellungen. Der zweite (Dr. Helmut Pfleger) sucht diese Darstellung zu vereinfachen und zu verallgemeinern. Außerdem gibt er Proben aus dem Fundus seines erstaunlichen kulturhistorischen Wissens, soweit es sich auf Schach bezieht.

    Er macht diese Ausführungen in dem gönnerhaft-herablassenden Ton eines Onkels, der weiß, daß die zuhörenden Kinder die volle Tiefe und Komplexität der Dinge nicht ermessen können, aber bei mythologischen Vereinfachungen und Überhöhungen vor Begeisterung rote Backen bekommen; Anekdotisches wird nicht von Geschichtlichem geschieden.

    Ich halte dies für eine Unterschätzung des Publikums.«

  11. Sehr richtig beobachtet.

    Und der Wahnsinn geht weiter. Nach der zehnten Partie auf chessbase:

    »Wie ein Tennisspieler, der aus Angst vor dem Sieg den Matchball vergibt, verspielte Anand heute seine Chance zum vorzeitigen Wettkampfsieg.«

  12. http://www.schachbund.de:

    »Beginnt jetzt die Aufholjagd von Wladimir Kramnik? Anand führte nach 9 von maximal 12 Partien mit 6:3 und benötigt noch einen halben Punkt. Er hat also praktisch drei Matchbälle. Den ersten hat er vergeben.«

    Man könnte sich auf den Standpunkt stellen, dass es sogar vier Matchbälle sind, da schon ein Gewinn der neunten Partie das Match beendet hätte.

  13. Eines der lustigsten SchachWMbegleitungsgemurmelphänome ist für mich die Schachecke von Glaube aktuell, die ebenfalls aus Abfalleimer für Dagobert K.-Kopien fungiert (und natürlich auch den »Matchball« hat). 

    Dies bringt als schöne Randerscheinung mit sich, dass dies praktisch die einzig aktuelle Rubrik bei den aktuell Glaubenden ist: »Politik« endet am 8. Oktober, »Wirtschaft« am 28. Juli, »Aus den Landeskirchen und Bistümern« am 10. Juli und »Religion und Film« gar am 11. August … 2004.

    Wahrlich, das Weltende ist nahebei, nur in Bonn werden noch einsam Klötzchen geschoben. Da hilft nur noch beten!

  14. Stefan

    31. Oktober 2008 — 13:40

    Schade, dass uns die Matchbälle dann nicht mehr erspart geblieben sind. Beim Tie-Break wäre die Sprachkritik dann ganz ins Leere gelaufen, das heißt wohl jetzt auch offiziell so.

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