Die 2. Runde des Weltmeisterschafts-Turniers in Mexiko brachte die ersten entschiedenen Partien. Anand scheint Aronian mit 17…c5 aus dem Buch geworfen zu haben und spielte die Partie gegen einen verirrten weißen Turm auf h5 überzeugend nach Hause. Auch Svidler erwies sich in der ersten Marshallpartie des Turniers besser präpariert als das Eröffnungs-Monster Leko und erlangte in einem sehr seltenen Abspiel nach 15.De2 einen riesigen Bedenkzeitvorsprung und die bessere Stellung. Leko wickelte aber gewohnt zäh in ein Endspiel mit Minusbauern ab, das Svidler wegen eines Dauerschachsmotivs nicht weiterspielen mochte. Chessdom hat eine Analyse dieser Partie von Miodrag Perunovic. Grischuk sah in einer Damenindischen Verteidigung gegen Gelfand verdächtig aus, konnte sich aber halten.

Als ich schon schlief, spielte sich in Kramnik-Morozevich noch ein Drama ab. Kramnik wollte es offenbar seinen Kritikern zeigen und opferte in seiner Katalanischen Eröffnung erst einen Bauern und dann den Springer auf e5 gegen einige bewegliche Zentralbauern. In extremer Zeitnot griff Morozevich mit 16…d3 und 17…Dd4 zweimal fehl und fand sich nach 20 Zügen in dieser Stellung (Diagramm) wieder. Der Rechner will hier 21.Dxa6 spielen! 21.Tac1 nebst 22.b6 scheint jedoch sicheren Vorteil zu geben. Kramnik spielte aber 21.Lf4 und Morozevich verpasste hier die Chance 21…Dd5, worauf 22.Dxb4 wegen 22…Df3 mit der Drohung 23…Ld5 sogar verliert. Besser ist 22.Tac1 Lc5 23.Dxa6 Sb6 24.Txc5 Dxc5 25.Le3 Dc7 26.Lxb6 Dc6 und wahrscheinlich remis. Morozevich spielte 21…Df8 und nach 22.b6 gewann Kramnik. Crestbook hat eine Analyse der Partie.

Heute kommt es dann gleich zum Aufeinandertreffen der beiden Spitzenreiter. Kramnik mit Schwarz wird sicher mit einem Remis gegen Anand zufrieden sein.