Bauernendspiele (Teil 5)

Wir setzen unsere Serie über Bauernendspiele mit einer weiteren Aufgabe fort. Der weiße Vorteil ist minimal, aber entscheidend: Er hat den entfernteren Freibauern. Fortgeschrittene Spieler mögen hier mit dem berühmten Kommentar “Der Rest ist Technik” abbrechen. Alle anderen müssen sich überlegen, wie man den Vorteil in einen Sieg ummünzt.

Also: Anzug beliebig. Weiß gewinnt! Sachdienliche Hinweise werden wie immer per Kommentar an euer örtliches Blog erbeten.

Bauernendspiele (Teil 4)

Hier bauen wir eine Lernkontrolle zu unserem kleinen Kurs über Bauernendspiele ein. Das Thema Opposition war darin ja schon behandelt worden und spielt auch hier eine kleine Rolle. Es ist klar, dass der Schwarze in dieser Stellung einige Probleme hat. Der eigene Freibauer ist blockiert und der Weiße droht am Königsflügel mit der Bildung eines entfernten Freibauerns. Trotzdem gibt es einen schmalen Weg zum Remis. Schwarz ist am Zug (Engqvist – Efimov, Gausdal 1991). Also: Hefte raus! Wer als erster die richtige Lösung postet, kriegt ein Bienchen! Die anderen auch.

Bauernendspiele (Teil 3)

In dieser Folge soll es wieder um das Thema der Königsopposition gehen. Diagramm 1 ist eine Studie von Neustadt, in der Weiß nur mit dem paradoxen Zug 1.Kh1! remis halten kann. Weiß muss auf Ke3 immer Kg3 und auf Ke2 immer Kg2 spielen können. Alles andere verliert, zum Beispiel 1.Kf1 Kd2 2.Kf2 Kd3 (Der weiße Bauer verhindert jetzt die nahe Opposition auf f3) 3.Kg3 (3.Kg2 Ke2 4.Kg3 Kf1 führt zum gleichen Resultat) 3…Ke3 4.Kg2 Ke2 5.Kg3 Kf1 6.Kh3 Kf2 7.Kg4 Kg2. 1…Kd2 2.Kh2! Kd3 3.Kh3! Ke3 4.Kg3 Ke2 5.Kg2 Kd1 6.Kh1 und Schwarz kommt nicht weiter.

Diagramm 2 zeigt eine Opposition auf der Diagonalen. Schwarz am Zug hält remis. Der schwarze König darf sich nicht aus dem Quadrat des a-Bauern entfernen und muss zugleich das Eindringen des weißen Königs verhindern. Er muss auf Ke3 Ke5 und auf Kf4 Kd4 spielen können. 1…Kd5! 1…Kd4? verliert, da Weiß die Opposition einnimmt: 2.Kf4! Kd5 (2…Kc3 3.a5) 3.Kf5 Kd6 (3…Kd4 4.Ke6) 4.Ke4 2.Kf4 2.Ke3 Ke5 3.Kf3 Kd5 ergibt nur die Ausgangsstellung; 2.a5 Kc5 3.Ke4 Kb5 4.Kd5 Kxa5 5.Kc4 Ka6! 6.Kxb4 Kb6 ist auch remis. 2…Kd4 3.Kg4 Ke4 4.Kg3 Ke5 5.Kf3 Kd5 Weiß kann keine Fortschritte machen.

Bauernendspiele (Teil 1)
Bauernendspiele (Teil 2)

Bauernendspiele (Teil 2)

Im ersten Teil unserer kleinen Reihe hatten wir schon das Thema Opposition berührt. Damit soll es auch gleich weitergehen. In der Stellung von Diagramm 1 gelingt es dem schwarzen König nicht, die Opposition einzunehmen, nachdem der weiße König die Reihe vor dem Bauern betreten hat. Weiß muss aber genau spielen. 1.Kc2! Ke7 2.Kb3! Kd6 3.Kb4! Kc6 Schwarz schafft es nicht bis b6. 4.Kc4 Weiß stellt die Opposition her und gewinnt. 4…Kd6 5.Kb5 Kc7 6.Kc5 Kd7 7.Kb6 Kc8 8.Kc6 Kd8 9.c4 Kc8 10.c5 Kd8 11.Kb7 und der weiße König kontrolliert das Umwandlungsfeld des Bauern.

Diagramm 2 zeigt eine überraschende Rettung für Weiß. 1.e5! Der Sinn dieses Opfers besteht einfach darin, den schwarzen Bauern zum Vorrücken zu zwingen. 1.Kc2 verliert dagegen: 1…Kd4 2.Kd2 Kxe4 3.Ke2 d5 4.Kd2 Kd4 1…dxe5 1…d5 ist nach 2.e6 Kd6 3.e7 Kxe7 4.Kc2 Kd6 5.Kd3 Ke5 6.Ke3 einfach remis. 2.Kc1! Die Fernopposition. Weiß steht bereit, im nächsten Zug die Opposition einzunehmen. Das naheliegende 2.Kc2? verliert nach 2…Kc4! 3.Kd2 Kd4 4.Ke2 Ke4. 2…Kd4 3.Kd2 (Opposition) 3…Ke4 (3…e4 4.Ke2 e3 5.Ke1) 4.Ke2 und remis.

Bauernendspiele (Teil 1)

Diagramm 1 zeigt eine Art Grundstellung im Bauernendspiel. Der Ausgang der Partie hängt vom Zugrecht ab. Mit Weiß am Zug ist die Stellung Remis: 1.d7+ Kd8 2.Kd6 patt. Schwarz am Zug verliert dagegen: 1…Kd8 2.d7 Kc7 3.Ke7 und der Bauer kommt zur Verwandlung. Als ich begonnen habe, Schach zu lernen, half mir hier die Regel „Der Bauer darf nicht mit Schach auf die 7. Reihe ziehen.“

Diagramm 2 führt das Motiv der Opposition im Bauernendspiel ein. Opposition meint hier die Gegenüberstellung der Könige. Weiß am Zug ist wieder nur Remis: 1.Kc5 Kc7 (hält die Opposition) 2.d5 Kd7 3.d6 Kd8! (nur dorthin) 4.Kc6 Kc8 5.d7+ Kd8 6.Kd6 patt. Schwarz am Zug muss die Opposition aufgeben und verliert: 1…Ke7 2.Kc6 Kd8 (2…Ke8 3.Kc7 Ke7 4.d5 Ke8 5.d6 Kf7 6.d7) 3.d5 Kc8 4.d6 Kd8 5.d7 Ke7 6.Kc7 und Bauernumwandlung im nächsten Zug.

Thomas Müntzer

Die Assoziation “Bauernkrieg” ist bei dieser Aufgabe ja gar nicht so fernliegend. Offiziere und anderes schweres Gerät sind nicht mehr anwesend. Und um den schiefen Vergleich noch weiter zu forcieren: Wenn der weiße König der legendäre Bauernführer Thomas Müntzer ist, dann muss der schwarze Martin Luther sein und erst einmal zur Seite geräumt werden. Weiß zieht und gewinnt (Studie von Günter Scheffler). Antworten bitte wie immer als Kommentar.