Der Rit­ter beich­tet in einer Kir­che ohne zu bemer­ken, dass der Tod im Beicht­stuhl sitzt.

DER RITTER
Mein Leben war jagend, fah­rend, schwat­zend, ohne Sinn und Zusam­men­hang. Es war nich­tig. Ich sage das ohne Bit­ter­keit und Selbst­vor­wurf, weil ich weiß, dass das Leben von fast jedem Men­schen so beschaf­fen ist. Aber mei­nen Auf­schub will ich wenigs­tens zu einer sinn­vol­len Tat nutzen.
DER TOD
Des­halb spielst du mit dem Tod Schach?
DER RITTER
Er ist stark und ein geschick­ter Tak­ti­ker, aber bis jetzt habe ich noch kei­ne Figur verloren.
DER TOD
Wie wirst du den Tod in die­ser Par­tie überlisten?
DER RITTER
Mit einer Kom­bi­na­ti­on von Läu­fer und Sprin­ger, die er noch nicht ent­deckt hat. Im nächs­ten Zug rei­ße ich sei­nen einen Flü­gel auf.
DER TOD
Das soll­te ich mir merken.

Der Tod zeigt einen Augen­blick lang sein Gesicht am Git­ter des Beicht­stuhls und ver­schwin­det auf der Stelle.

DER RITTER
Du bist ein Ver­rä­ter und du betrügst mich. Aber wir wer­den uns schon wie­der­se­hen. Und ich wer­de wohl einen Weg finden.
DER TOD (unsicht­bar)
Wir tref­fen uns beim Wirts­haus. Dort wer­den wir weiterspielen.

Der Rit­ter hebt sei­ne Hand und sieht auf den Son­nen­strahl vom klei­nen Fenster.

DER RITTER
Das ist mei­ne Hand. Ich kann sie bewe­gen, das Blut pul­siert dar­in. Die Son­ne steht noch immer hoch am Him­mel und ich, Anto­ni­us Block, spie­le Schach mit dem Tod.

Ing­mar Berg­man: Det sjun­de inseglet (1957)