Auf dem Rangierbahnhof (3)

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Eine Einsendung unseres Lesers Frank Richter soll den vorläufigen Höhepunkt und Abschluss dieser kleinen Serie bilden. Mathematisch dürfte die Aufgabe (Markus Ott, feenschach 1980) nicht zu überbieten sein.

Wieder ein Serienzüger. Hilfspatt in 153 Zügen. Schwarz macht also 153 Halbzüge hintereinander und dann setzt Weiß mit seinem ersten und einzigen Halbzug patt. Lösungsvorschläge und Anmerkungen bitte als Kommentar. Eine vollständige Notation wird nicht erwartet.

15 Kommentare

MiBu 6. Oktober 2009

Nun, Sg2 und Bg5 dürfen wegen Schachgebot nicht ziehen, Bf4,g3,g6 und Lh1 können nicht, Bh7 sollte nicht. Also bleiben nur die beiden T und der K. Anfangen muss es also wohl mit 1.Tg4 2.Th6 3.Kh2 4.Kh3 5.Kh4 6.Kh5 7.Th4 8.Th2 9.Kh4 10.Kh3 11.Th4 12.Tg4 13.Kh4 14.Kh5 15.Kh6 16.Kg7 17.Kf7 18.Ke8 19.Kd7 20.Kc7 21.Kb6 22.Kb5 23.Kc4
Der K schlägt dann erst den Td3, der den Ld1 deckt, muss dann über den Rangierbahnhof und h2-g1 um den Ld1 (deckt Sb3) zu schlagen. Dann geht es wieder zurück, um den Sb3 zu schlagen, damit wird das Feld c1 frei. Wieder ein Rundlauf und über h2-g1 bis nach b1, um den S, der c3 deckt, zu schlagen. Auf dem selben Trampelpfad wieder hoch und den Bc3 und den Bd4 entfernen. Endlich wieder nach h2, dann ein T nach h3, einer nach g4 und den h-Bauern nach h4. Nun setzt Weiß mit Lc5 patt. Weil bei jedem Passieren des Bahnhofs über 10 Manöverzüge verbraucht werden und der K ja auch ziemlich viel rennen muss, könnten das zusammen 153 Züge sein. Wichtig dabei ist, das Weiß das Feld g1 kontrolliert bekommt und der K nach h2 geht, um den Sg2 unbeweglich zu machen. Hat man das Pattbild gesehen, ergibt sich der Rest zwingend von selber.

Permanent Brain 6. Oktober 2009

Ach so, nur 153 Züge? Na das ist ja kinderleicht oder…

[Kommentar moderiert]

Der Titel „Schachblätter“ stimmt nicht mehr. Ihr macht meistens Xiangqi und irgendwelche Schachperversionen. Schade. Mir gefällt das nicht mehr.

Permanent Brain 6. Oktober 2009

Benennt doch den Blog in „Xiangqi & Märchenschach“ um. Ansonsten ist es Irreführung.

MiBu 6. Oktober 2009

@PB: Das ist IMHO zu einseitig betrachtet. Gut, bei Xiangqi steige ich auch aus, weil ich das nicht kann, aber ein oder zwei Aufgaben pro Monat kann ich tolerieren – ist ja schließlich nicht mein Blog. Und ein Hilfspattserienzüger ist vielleicht kein orthodoxes Schachproblem, aber auch kein Märchenschach – alle Figuren ziehen wie gewohnt. Ach ja, die Anzahl der Züge sagt kaum was über die Schwierigkeit des Problems aus, gerade Längstaufgaben beruhen fast immer auf einem mehrfach zu wiederholenden Manöver, sonst käme man gar nicht auf diese Zugzahl. Aspekte von Geisteskrankheit findet sich auch im herkömmlichen Schach, man lese nur mal die Einführung des Autors Chéron zu seinem Endspielwerk.

Werner Berger 7. Oktober 2009

Ja, mit „orthodoxem“ Schach hat das hier kaum noch etwas zu tun.

MiBu 7. Oktober 2009

Zum besseren Verständnis sei ergänzt, dass der Terminus „Geisteskrankheit“ im moderierten Part des postings von permanent brain vorkam und daher von mir aufgegriffen wurde.

Mynona Zwo 7. Oktober 2009

Sie haben es zwar nicht nötig, denn die Qualität spricht für sich. Trotzdem möchte ich an dieser Stelle den „Schachblättern“ den Rücken stärken. Ein Aufbrechen orthodoxer Denkschablonen tat und tut dem Schach (wie auch der Literatur und anderen Bereichen) nur gut. Wo wäre das heutige Schach z.B. ohne die „Hypermodernen“ der 1910er und 1920er Jahre? Unerträglich ist es, dass die Gegenseite immer so schnell mit Begriffen wie „krank“ und „pervers“ zur Stelle ist.
(Apropos, MiBu, solche bösartigen Kommentare wie der obige von PB meinte ich letztens mit „Schaum vor dem Mund“.)

rank zero 7. Oktober 2009

Ich freue mich, dass nach der Pause zu Anfang des Jahres wieder kontinuierlich Zeit für die Schachblätter da ist. Dass man sich beim Bloggen Themen zuwendet, an denen man auch selbst Spaß hat, ist doch wohl klar – sonst betreibt man die Sache einfach nicht mit dem nötigen Enthusiasmus.

Werner Berger 7. Oktober 2009

Auch die Hypermodernen haben sich ausschließlich mit orthodoxem Schach im hier so bezeichneten Sinne beschäftigt, und nicht mit „Märchenschach“!

Stefan 9. Oktober 2009

Auch mit dem Abstand von zwei Tagen nehmen mich die Kommentare von PB und WB noch immer mit. Es wird niemand gezwungen, hier mitzulesen und Kritik ist ausdrücklich erwünscht. Ich mache die Seite ja nicht nur für mich, sonst müsste ich es nicht online tun.

Aber ich bitte darum, den Ton zu wahren. Das ist hier keine Publikation mit allgemeinen Anspruch, sondern meine persönliche Sicht auf das Schachspiel. Und insofern spiegelt die Seite naturgemäß mein zurückgehendes Interesse am orthodoxen Schach und meine Beschäftigung mit randständigen Schachdisziplinen. Ich habe jedes Verständnis, dass das nicht jedermanns Interesse weckt.

ElNino 9. Oktober 2009

Kurz vor dem Wochenende: Schachblätter, macht weiter so! Bei Xiangqi lass ich die Finger von, bei „Serienzüger. Hilfspatt in 153 Zügen“ guck ich mal flüchtig drüber und ansonsten: Macht mal! Für mich lebt das manchmal weniger vom Thema, sondern mehr von der Diskussion (auch wenn die bei Literatur-Themen etwas mau ausfällt…)!

MiBu 9. Oktober 2009

Die Lösung der Aufgabe sollte ich noch etwas genauer darlegen. (Wen’s nicht interessiert, kann ja weghören…)
Zählen wir mal die schwarzen Königszüge ohne Rangieren:
a) Kg1-h2-h6-d3 sind 14
b) Kd3 zurück nach h2 sind 13 (Summe 27)
c) Kh2-d1-h2 sind 8 (35)
d) Kh2-b3 und zurück sind 26 (61)
e) Kh2-b1 und zurück sind 12 (73)
f) Kh2-c3 sind 13 (86)
g) Kxd4 nur 1 (87)
h) Kd4-h2 sind 13 (100)
Beim Rangieren werden immer 8 Züge zusätzlich benötigt, und zwar sechsmal, das macht 48 (148). Hinzu kommen das einleitende Tg4 und Th6 sowie das abschließende Th3 sowie h5 und h4, das sind noch mal 5 (Summe 153). Sieht so aus, als hätte der Autor richtig gezählt.

Stefan 9. Oktober 2009

Aus meditativen Gründen könnte man ja mal eine pgn-Datei herstellen ;-)

Werner Berger 9. Oktober 2009

Also, so schlimm wie der von PB waren meine Kommentare doch wohl hoffentlich nicht?! Die müssen doch niemand „mitnehmen“. Ich meine nur, das „orhodoxe“ Schach hat immer noch genug Reize, die es auszuforschen gilt, statt sich ins „Märchenschach“ zu flüchten. Nichts für ungut!

Stefan 9. Oktober 2009

Nein, nein, es hat mich nur an einer offenbar sensiblen Stelle erwischt.

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