Drei

Diese Studie stammt von Selesnew (1919), zu dem ich leider nichts weiter gefunden haben, was sicherlich auch auf die verschiedensten hier möglichen Transkriptionen zurückzuführen ist. Vielleicht kann ja jemand der geschätzten Leser weiterhelfen?

Weiß am Zug hält remis, was angesichts der weißen Bauernstruktur und des materiellen Nachteils einigermaßen schwierig aussieht. Das Motiv ist nicht schwer zu sehen, die Ausführung erfordert noch etwas Sorgfalt und bietet einen aus meiner Sicht sehr ästhetischen Schluss. Antworten bitte wie stets als Kommentar.

Kategorien: Schachaufgaben

17 Kommentare

  1. Die Studie kenne ich leider schon, daher sei die Lösung anderen überlassen.

    Zu Alexei Sergejewitsch Selesnjow (engl. transk. Selezniev) findet man eine Menge im Netz, zum Beispiel, dass er beim Ausbruch des 1. Weltkriegs zusammen mit Aljechin, Bogoljubow, Bogatyrschuk, Flamberg, Koppelman, Maljutin, Rabinovitsch, Romanowski, Saburow und Weinstein während des Mannheimer Turniers (Sept. 1914) interniert wurde. 

    Aljechin, Bogatyrschuk, Saburow, and Koppelman durften bald über die Schweiz zurückkehren, die anderen spielten acht Turniere in Baden Baden (1914) und Triberg (1914/15, 1915, 1916, 1917). Sieger: Flamberg 1914, Rabinowitsch 1916 und 1917 (da zusammen mit Selesnjow), ansonsten Bogol. 

    1920 gewann er die Deutsche Meisterschaft vor Sämisch. Ende der 20er zog er sich vom Turnierschach zurück, komponierte aber weiterhin Studien.

  2. Meister O. ist mir zuvor gekommen. Noch ein paar Nebensächlichkeiten.
    Darf man nur noch die englische Transkription in wissenschaftlicher Literatur verwenden? Es gibt doch für kyrillische Zeichen eine deutsche Transkr. nach Prof Steinitz. Ich habe festgestellt, dass von „Amts wegen“ in letzter Zeit sogar die serbokroatische Transkr. verwendet wird.
    Also Selesnew oder Selesnjow oder Selesnieff (so Em. Lasker in seinem Buch „35 Schachendspielstudien von Selesnieff“ Berlin Kagan 1919, dort auch diese Studie) Alexander, geboren 1888 in Tambor, gestorben 1967 in Bordeaux, 1919 im Berliner Turnier Zweiter hinter Bogoljubow. Nach 1920 kein Turnierschach mehr, dafür viele Studien, seit 1928 in Frankreich. Studien von ihm finden sich auch bei Hejden.

  3. „Selesnieff“ natürlich deshalb, weil er seine Wahlheimat in Frankreich gefunden hat.
    Von Amts wegen wird nach meiner Erfahrung manchmal fast beliebig transkribiert, je nach Inkompetenz des jeweiligen Beamten. 

    In wissenschaftlicher Literatur passt man sich halt an und folgt der Mehrheit. Da aber (zumindest auf einigen Gebieten) „wissenschaftliche“ Literatur sowieso mit Copy, Paste, Ãœbersetzungsmaschinen und Lückenfüllung erzeugt wird, bleibt natürlich die deutsche Transkription auf der Strecke.

    „Dürfen“ darf man sowieso fast alles, die meisten Journale übersehen noch ganz andere Dinger bei den Veröffentlichungen (s. die letzten ‑zig Publikationsskandale), wer will sich da noch um Transkription kümmern..

  4. „Zur Umschrift des russischen Alphabets“ gibt es hier eine Tabelle:
    http://www.unics.uni-hannover.de/ntr/russisch/umschrifttabelle.html

  5. Ach ja, ich bleibe bei „Rückzug vom Turnierschach Ende der 20er“ (m.W. letztes Turnier UdSSR-Meisterschaft 1927) und bestreite „Nach 1920 kein Turnierschach mehr“:

    Match 1921 in Berlin gegen Richard Teichmann (+1–0=1)
    1922 Bad Pistyan
    1923 Mährisch-Ostrau, 4. mit 7,5/13 hinter Lasker 10,5, Réti 9,5, Grünfeld 8,5, vor Tartakower, Euwe, Bogoljubow, Tarrasch, Spielmann, Rubinstein, Pokorný, Hromádka, Wolf, Walter – wohl sein bestes Turnier! (Performance 2670)
    1924 Meran
    UdSSR-Meisterschaften 1924, 1925 und 1927

  6. Verzeihung, war ein Tuppfühler! Sollte 1928 heißen!!
    Habe ich nicht einmal beim Nachlesen bemerkt. S. hatte 1927/28 noch ein paar kleine Turniere in der SU mitgemischt.

  7. admin

    17. Januar 2007 — 19:46

    Historiker und Philologen unter sich! Aber was ist eigentlich, ähem, mit der Aufgabe?

  8. Also Leute los, ist doch gar nicht so „einfach“. Da ich sie ebenfalls kenne, schweige ich sehr beredt.

  9. Die Aufgabe wird doch durch die Kommentarflut eher attraktiver, zumindest im Google-Rang ;-)

    Es wird sich bestimmt ein Nachwuchsspieler finden, der die Aufgabe löst. Wir können ja noch den trivialen Hinweis geben, dass es um ein Pattmotiv geht.

  10. Hmm, dann oute ich mich mal: Ich erinnere mich nicht, den Namen Selesnew (wie auch immer transkribiert) schon mal gehört zu haben. Und die Studie kenne ich natürlich auch nicht.

    Mein Lösungsvorschlag: 1. d6 cxd6 2. c5 dxc5 (2 … bxc5 3. b6 Tg3 4. Tb1 Txg4+ 5. Ka5 und der b‑Bauer ist unter Turmverlust zu stoppen) 3. Txe3 Th4 (3. … Txe3 ist patt) 4. Th3 Txh3 patt. 1. c5 reicht dagegen nicht, weil 1. … Tg3 folgt: 2. d6 Txg4+ 3. Kb3 Txg5 4. Tc1 cxd6 -+.

  11. In der zweiten Klammer meines Beitrages fehlt ein „nur“. Bitte selbst an der richtigen Stelle einfügen.

  12. Args. Und außerdem sollte ich mehr nachdenken vor dem Absenden. In der Hauptvariante ist noch zu erwähnen, dass auf 4. … Th7 5. Te3 folgt und Schwarz nichts besseres hat als 5. … Th4 mit Zugwiederholung.

  13. Ich blamier mich bestimmt wieder – weil so einfach kann es doch gar nicht sein, wobei der Tip mit dem Motiv sehr hilfreich ist – aber ich sehe nicht was Schwarz dagegen machen könnte:

    1. d6 cd (wenn der c‑Bauer vorgeht, wird er geschlagen und der weiße c- oder d‑Bauer geht zur Dame) 2. c5 dc (auf 2. … bc geht der weiße b‑Bauer zur Dame, ansonsten 3. cb nebst baldiger Dame) 3. Te3: Th4 (3. … Th7 4. Te8# oder 3. … Th1 4. Th3+ nebst Patt oder Turmgewinn) 4. Th3 gewinnt entweder den schwarzen Turm (sollte dann intuitiv gewinnen) oder es folgt 4. … Th3: patt.

  14. Hab ichs doch gewusst, dass da noch was fehlte…

    Wobei eigentlich folgt die Zugwiederholung ja aus der Mattdrohung auf e8, die ich ja immerhin gesehen hatte.

  15. Ging mir ganz genauso ;-) Aber dadurch ist das versprochene Schlussmotiv natürlich noch etwas hübscher.

  16. admin

    18. Januar 2007 — 16:31

    Danke an dieser Stelle für die vielen Hinweise und Kommentare. Es macht mehr Spaß hier, wenn jemand mitliest.

  17. Noch ein Tippfehler meinerseits: Die Geburtsstadt von S. heißt Tambow!!
    Zur übermittelten Transkrptionstabelle: Wer hält sich schon daran?!
    Da hatte ich Schüler wie Michaltschischin, Kusmin und Saizew (alles keine Großmeister) und den sehr starken Schach- und Fuballspieler Michailow, wenn man liest, was offzielle Umdeutscher daraus machen, kräuseln sich einem die Zehennägel.

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