Dufresne

Beim Aussortieren meiner Schachbücher fiel mir die Sammlung leichter Schachaufgaben in die Hände, ein Reclam-Heftchen, das Jean Dufresne 1881 herausgegeben hatte. Ich habe das Buch vor einiger Zeit geschenkt bekommen. Es ist zusammen mit dem Zweiten Theil von 1882 in einen festen Umschlag eingebunden und hat wahrscheinlich diesem Umstand zu verdanken, dass es noch nicht vollkommen zu Staub zerfallen ist.

Die Widmung Ostern 1936 ist bemerkenswert. Jean Dufresne war Jude, aus seinem sehr bekannten Lehrbuch des Schachspiels wurden in den 1941 und 1943 erschienenen Auflagen die Namen aller jüdischen Spieler (selbst die des einzigen deutschen Schachweltmeisters Emanuel Lasker!) gestrichen. Diese Barbarei betraf auch den mecklenburgischen Juden Bernhard Horwitz, der Mitte des 19. Jahrhunderts zur Weltspitze gehörte und bis heute vor allem als Schachkomponist bekannt geblieben ist.

So ein Buch gehört natürlich nicht in die Papiertonne. Ich steckte es ein, als ich zum Vereinsabend ging und wir hatten viel Freude mit dieser Miniatur:

Wer möchte, kann gern seine Lösung als Kommentar hinterlassen.

6 Gedanken zu „Dufresne“

  1. Könnte Schachboxen sein – treibe den Gegner in eine Ecke, aus der er nicht mehr wegkommt, und verpasse ihm dann den KO-Schlag.

  2. Sonst keiner? Der sK droht nach g3 auszubrechen, also liegt der Auftakt 1.Lf2+ Kh5 auf der Hand, und auch 2.g4+ Kh6 ist noch leicht. Und nun?

  3. Nach 3.Le3+ käme Schwarz zu 3…Kg7 nebst 4…f6. Wenn die Läuferdiagonale sich öffnet, ist Schwarz gerettet.

  4. 3-Kf6 hat also Doppelfunktion – verhindert Kg7 und f6 in einem. Da nun Lh7 an Le3# scheitert, muss Schwarz das hässliche 3. – Kh7 ziehen.

    Wie geht es weiter? (Mehrere Antworten sind richtig, die Aufgabe ist ab hier stark dualiistisch.) Oder anders gefragt, was unternimmt Weiß gegen Kh8 und Lh7?

  5. Ich würde mit 4. Ld4 eine Abzugsdrohung aufbauen. 4 …Kh6 5. Lb2 Kh7 und nach dem Vormarsch des g-Bauern ist das Ende nahe

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