Schachblätter

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Chessbase bringt einen Bericht von Jürgen Brustkern über die schwedische »Elitserien«. Darin lesen wir:

Der Traditionsverein »Rockade Stockholm« setzt seit Jahren auf schwedische Titelträger, wohingegen die beiden Titelaspiranten Lund (ein Vorort von Malmö) und Viking (beheimatet in Taby einem Vorort von Stockholm) sich seit 5 Jahren mit ausländischen Spitzen-GM quasi einen Zweikampf um die Meisterschale liefern.

Okay, die Tippfehler (richtig: Rockaden, Täby) sind verzeihlich, aber die älteste schwedische Stadt Lund (83.000 Einwohner) zu einem Vorort von Malmö zu machen, ist doch etwas übertrieben. Etwas mehr Recherchetiefe hätte vielleicht auch ergeben, dass der Lunds ASK in dieser Saison keinen einzigen ausländischen Großmeister eingesetzt hat. Es trifft auch nicht direkt zu, dass

es im Unterschied zu der Deutschen Bundesliga bei der Aufstellung keinerlei Auflagen gibt

(es werden nur gemeldete Spieler grundsätzlich – Abweichungen im 100-Punkte-Bereich sind erlaubt – nach Rating aufgestellt, davon maximal zwei ausländische Spieler). Naja, und

die Hafenstadt Limhamn,

gegen die das

Malmö-Team

aus Lund verloren hat, ist tatsächlich keine Stadt, sondern ein Stadtteil von Malmö, wovon Lund wiederum…

Kategorien: International

Fesselspiele = Hartplatzhelden (18) » « Irritierend

12 Kommentare

  1. Hartplatzheld

    23. März 2012 — 11:46

    Das erinnert mich an einen SCHACH-Bericht zur österreichischen Bundesliga vor ein paar Jahren (ich meine, es war die Saison 2003/04), wo der letzte Platz des Wiener Neustädter SV als »Abstieg der Hauptstädter« bezeichnet wurde :-)

  2. Über den Bericht aus der schwedischen Liga habe ich mich selbstverständlich gefreut, zumal Jürgen Brustkern da auch spielt, aber unsere Partnerstadt Lund musste ich natürlich in Schutz nehmen ;-)

    Kommt hoffentlich nicht so streberhaft rüber wie es aussieht.

    PS: Ist Wien nicht die Hauptstadt von Österreich?

  3. Auch der Umgang mit großen Zahlen könnte geübt werden.

    Ende April wird die Endrunde der Schwedischen Schulmeisterschaft ausgetragen (ausschließlich für die 4.Schulklasse gibt es landesweit Wettkämpfe) und man erwartet hier über 2000 Tausend junge Menschen!

    Zwei Millionen schwedische Viertklässler ist schon dicker Tobak, weil Schweden nur knapp 10 Millionen Einwohner (2011) besitzt.

  4. Hartplatzheld

    23. März 2012 — 16:34

    @Stefan: Wien ist die Hauptstadt von Österreich, aber Wiener Neustadt ist kein Stadtteil von Wien, sondern eine selbständige Stadt, die 50 km von Wien entfernt ist.

  5. hatte ein Smiley vergessen ;-)

  6. In Schweden Schach zu spielen heißt nicht zwingend Schweden zu kennen…

  7. Hartplatzheld

    25. März 2015 — 18:28

    Offensichtlich hat sich Chessbase die Kritik zu Herzen genommen und die Berichterstattung aus Schweden zur Chefsache erklärt. :-)

    (Siehe hier)

  8. Very nice, auch wenn der Artikel recht kurz ist. Immerhin, beim Meister SK Team Viking spielt Emanuel Berg an »Prett Eins« …ganz harte Purschen in diesen schwedischen Teams!

  9. Werner Berger

    26. März 2015 — 14:16

    Der »Cheffe« hat halt einfach von der Turnierseite blind abkopiert und nicht bemerkt, dass in dieser Statistik die Daten aus allen Ligen zusammengeführt worden waren.

  10. Starke Leistungen auch von Per-Olov Larsson ( Östersunds SS) und Martin Klashed (Linköpings ASS), deren Mannschaften gar nicht teilgenommen haben und die im Artikel gleichwohl die siebt-/achtbeste Performance aufweisen!

  11. Tatsächlich, die beidne spielten ja 3. bzw. 4. Liga. Die laut Artikel zweitbeste Performance (von Amir Mohammadi, SK Kamraterna) kann ja auch eher schlecht in der Eliteserien, sondern wohl eher eine Klasse tiefer (Superettan) erspielt worden sein.
    Solche Randsportartereignisse aus fremden Ländern sind wohl auch dem Chef unergründlich…vielleicht in Zukunft einen schwedischen Gastredakteur nehmen?

  12. Hartplatzheld

    26. März 2015 — 18:13

    Ganz abgesehen davon hat er die Spielklasse nicht ein einziges Mal korrekt geschrieben (die heißt Elitserien und nicht Eliteserien), wenn irgendwelche Zahlen ins Spiel kommen, die nicht direkt aus den Quellen kopiert wurden, handelt es auch eher um unverbindliche Schätzungen (wo sind eigentlich die Partien der Runden 10 und 11? :-) ), im Endstand sind ein paar Umlaute und ein å abhanden gekommen, und er konnte sich weder entscheiden, ob der Verein aus dem Vorort von Malmö :-) SK Lund oder Lunds ASK heißt (wofür steht noch mal die Abkürzung LASK?), noch ob bei Evgenij/Evgeny Agrest die Transskription gemäß FIDE (Evgenij) oder gemäß Wikipedia (Evgeny) vorzuziehen ist.

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