1 Kommentar

  1. Leider muss man dazu bemerken, dass das offenbar nur (anlässlich von Elista?) aufgewärmtes Zeug vom 6./7. Februar 2004 ist. Allerdings ist die „Literatur„liste um die unsägliche Henrichsche Schachspielerin ergänzt. Dafür fehlt immer noch Maelzel’s chess player von Poe (bzw. steht nur im kopierten Klappentext von Standage), obwohl der Automat von Kempelen sogar als Aufhänger angeführt wird. Angesichts solcher Lücken könnte man sich natürlich satirisch über die feministischen Germanistinnen auslassen, die in der DR-Kulturredaktion warm sitzen; wenn es nicht so traurig wäre, dass selbst der beste deutsche Sender so schlampig arbeitet (bzw. vielleicht der Campe-Verlag mehr fürs Product placement zahlt?). 

    Und natürlich ist das Motto NICHT von Lessing. Dank Edward Winter (C.N 3574, 3676 4133, 4378) wissen wir: Die Originalversion ist von Montaigne, ‘De Democritus et Heraclitus’, Kapitel L der Essais. 

    ‘Pourquoi ne jugerais-je d’Alexandre à table devisant et buvant d’autant? Ou s’il maniait des échecs, quelle corde de son esprit, ne touche et n’emploie ce niais et puéril jeu? Je le hais et fuis, de ce qu’il n’est pas assez jeu, et qu’il nous ébat trop sérieusement; ayant honte d’y fournir l’attention qui suffirait à quelque bonne chose.’

    Das Zitat ist früher in z.T. verballhornter Form sowohl Leibniz als auch Mendelssohn zugeschrieben worden. Den öffentlich-rechtlichen Kulturredakteurinnen blieb es vorbehalten, es auch noch Lessing zuzuschanzen (wahrscheinlich weil es besser klingt und Mendelssohn ja eh keiner mehr kennt, von Montaigne zu schweigen; für Schach, M. und L. siehe auch meinen Mendelssohn-Geburtstagsbeitrag.

    Tja, ich erspare uns auch nicht die abgegriffene Bemerkung, dass für dergleichen Nicht-Arbeit selbstgestaltenden Netznutzern demnächst auch noch GEZ-Gebühren abgepresst werden sollen …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Copyright © 2021 Schachblätter

Theme von Anders Norén↑ ↑