Schachblätter

Killer

Die Pira­ten­par­tei demons­triert heu­te in Ber­lin gegen ein Ver­bot von „Kil­ler­spie­len“. Denn:

„Kil­ler­spie­le“ sind nicht Ursa­che von Amok­läu­fen und Gewalt­be­reit­schaft, son­dern all­täg­li­cher Teil der Frei­zeit­kul­tur mün­di­ger Bürger.

Viel­leicht kann man ja dar­über strei­ten, ob man im Fal­le von Ego-Shoo­tern, deren Inhalt dar­in besteht, in einer vir­tu­el­len Welt mög­lichst vie­le Men­schen zu töten – in rea­lis­ti­scher Dar­stel­lung, mit Maschi­nen­ge­wehr­k­nat­tern, Blut, Schrei­en und Stöh­nen, ob man in die­sem Fal­le also von Kul­tur spre­chen soll­te. Beson­ders hane­bü­chen wird es, wenn die Pira­ten­par­tei die seit Mona­ten in Blogs kur­sie­ren­de Argu­men­ta­ti­on wie­der­holt, Schach sei das

wohl ältes­te „Kil­ler­spiel“ unse­rer Kultur.

Die Leu­te haben gar nichts verstanden.

Kategorien: Marginalien

Mensch-Maschine » « Krakow am See

24 Kommentare

  1. Die­se Ein­wän­de gegen ein Her­an­zie­hen des Schach­spiels als blo­ße Argu­men­ta­ti­ons­un­ter­stüt­zung gegen Kil­ler­spiel­ver­bo­te sind plausibel.
    (Neben­be­mer­kung, „mög­lichst vie­le Men­schen töten“ zu sol­len ist für kei­nen mir bekann­ten Egoshoo­ter typisch; das ist eher eine Pole­mik für Poli­ti­ker, die Stimm­vieh zusam­men­trei­ben wol­len das nur Schlag­zei­len liest und die­se Pro­gam­me gar nicht kennt.)

    Ich ken­ne die Mel­dung schon ein paar Tage, und hat­te das als eher sati­risch auf­ge­faßt, wobei aber eine gewis­se Par­al­le­le nicht von der Hand zu wei­sen ist: Wer will bestrei­ten, daß Schach ein Kriegs­spiel ist?

    Zufäl­li­ger­wei­se hat­te ich ähn­li­che Ãœber­le­gun­gen schon frü­her ange­stellt; sie­he die­sen Kom­men­tar vom 7.3. beim Schachneurotiker:

    Mir kamen vor allem Zwei­fel an der Eig­nung eines geis­ti­gen Kampf­spor­tes für (klei­ne) Kin­der. Ich mei­ne damit kein Sonn­tags­spiel­chen zwi­schen­durch, so wie man Mensch-ärge­re-dich-nicht spielt oder so, son­dern eine metho­di­sche erns­te Aus­übung. Das wird ja häu­fig pro­pa­giert, wenn wir etwa an Sus­an Pol­gars Akti­vi­tä­ten denken.

    Ich habe das Gefühl, daß es hier Schat­ten­sei­ten gibt: Durch Schach ler­nen Kin­der und üben ein, mit gro­ßer Ener­gie einen Geg­ner – und zwar fak­tisch den Men­schen auf der ande­ren Sei­te des Bret­tes, nicht nur abs­trak­te Schach­fi­gu­ren – zu bekämp­fen. Bes­ser und wich­ti­ger zu ler­nen sind Team­work und gegen­sei­ti­ges Hel­fen. Außer­dem wer­den (nahe­lie­gen­der­wei­se) immer nur die erfolg­rei­chen „Wun­der­kin­der“ in den Vor­der­grund gestellt und wir­ken natür­lich posi­tiv, aber die geschei­ter­ten und ent­täusch­ten sieht man nicht.

    Im CSS-Forum gibt es einen rela­tiv gro­ßen Thread zum sel­ben The­ma (u.a. mit einem m.E. tref­fen­den Ver­gleich mit Boxen).

    Also, mich inter­es­siert weni­ger die Bezug­nah­me auf die Kil­ler­spiel­de­bat­te, son­dern ob man so „blau­äu­gig“ Kin­der­schach pro­pa­gie­ren und durch­füh­ren soll­te, was ich wie gesagt bezweif­le – auch wegen des Cha­rak­ters nicht weni­ger Spie­ler, die auf mich oft nicht den Ein­druck von Gen­tle­men, die einen edlen Denk­sport betrei­ben, machen son­dern den erfolgs­gei­ler ego­ma­ni­scher Psychopathen.

    Aber man soll ja nicht von sich auf ande­re schließen… :-)

  2. admin

    3. April 2007 — 17:46

    Wenn Schach Psy­cho­pa­then pro­du­ziert, was erzeugt dann CS?

  3. Wahr­schein­lich ist auch „Mensch ärge­re Dich nicht“ sehr bedenk­lich. Oder schlim­mer noch: Bei Male­fiz schmeißt man sei­ne Kon­kur­ren­ten nicht nur raus, nein, man ver­greift sich auch noch an wehr­lo­sen Sperrstei­ne – tut also alles, um das gesetz­te Ziel zu erreichen.
    Oder das Enten angeln auf der Kir­mes: Lehrt man so etwa den respekt­vol­len Umgang mit Tie­ren?? Gar nicht erst zu spre­chen von Dosen wer­fen oder Pfei­le auf Luft­bal­lons – die reins­te Zerstörungswut…
    Da ist die Kar­rie­re als Van­da­le sozu­sa­gen schon vorprogrammiert.

    Mir muss mal einer erklä­ren, wo die natür­li­che Gren­ze zwi­schen Spiel­trieb und Kon­zen­tra­ti­ons­übung mit Wett­be­werbs­cha­rak­ter auf der einen und blut­rüns­ti­gem Abschlach­ten und sinn­lo­sem Zer­stö­ren auf der ande­ren Sei­te gezo­gen wer­den sollte.

  4. Nicht zum ers­ten Mal wird die­ser Gedan­ke (absicht­lich?) mißverstanden.

    Ich den­ke nicht an irgend­wel­che harm­lo­sen Gele­gen­heits­spiel­chen. Schach ist ein geis­ti­ger Kampf­sport, und man bekämpft fak­tisch den Geg­ner, nicht nur sei­ne Figu­ren. Wor­an ich zweif­le ist, daß man Kin­der dazu anhält, das metho­disch zu trai­nie­ren und ernst aus­zu­üben. Denn dabei wird ein­ge­übt: Die Nie­der­la­ge des ande­ren ist Dein Erfolg. Es macht sicher­lich einen Unter­schied, ob sich das bei klei­nen Kin­dern als Kon­zept und Ver­hal­tens­mus­ter ein­prägt oder etwas ande­res, bes­se­res, wo man im Team ein­an­der hilft usw. und dadurch Erfolg hat, gemein­sam mit ande­ren und nicht gegen sie.

    Aber bit­te­schön, viel­leicht ist es ja Geschmack­sa­che, ob man ger­ne klei­ne Seri­en­kil­ler als Kin­der haben will oder nicht. Phy­sisch pas­siert zwar nicht viel, aber psy­chisch schon. Ich wäre da zumin­dest sehr vorsichtig.

    Noch­mals: Ich rede nicht von Situa­tio­nen, wo das Kind ein­fach irgend­wann die Spiel­re­geln lernt und ein paar Mal im Jahr freund­li­che Par­tien gegen Opa spielt oder sowas, son­dern von Schach als rich­ti­gem Wett­kampf­sport, der einen gro­ßen Teil der Zeit bean­sprucht und des­sen Ablauf somit per­sön­lich­keits­prä­gend wir­ken kann. Das muß m.E. zumin­dest unter­halb gewis­ser Alters­gren­zen kri­tisch hin­ter­fragt werden.

    Mög­li­cher­wei­se ist der Gedan­ke, daß Schach tat­säch­lich unter Umstän­den schäd­lich sein könn­te, ein radi­kal neu­er und vor­erst schwer kom­mu­ni­zier­ba­rer? Bis jetzt wur­de Kin­der­schach ja immer in den schöns­ten Far­ben gemalt und pro­pa­giert. Jeder Schach­fan wird sol­che Berich­te ken­nen. Alles wun­der­bar oder? Reins­ter Son­nen­schein und hei­le Welt wie im Wer­be­fern­se­hen. Ich bin halt lei­der manch­mal ein skep­ti­scher Pes­si­mist und arg­wöh­ne daher: Wo viel Licht ist, dort ist auch star­ker Schatten.

  5. Stefan

    27. Juli 2009 — 09:03

    Die Geschich­te wie­der­holt sich gera­de. Spricht nicht gera­de für den Intel­lekt die­ser Leute.

  6. Einer­seits ja, ande­rer­seits habe ich für das Anlie­gen an sich schon Ver­ständ­nis: Dass nach einem Amok­lauf Com­pu­ter­spie­le und Paint­ball ver­bo­ten wer­den sol­len, wäh­rend die Schüt­zen­ver­ei­ne nicht in Fra­ge gestellt wer­den, dann stimmt doch irgend­et­was nicht. Mei­nes Erach­tens benö­tigt die Gesetz­ge­bung weder bei Com­pu­ter­spie­len, noch bei Paint­ball, noch das Waf­fen­ge­setz eine Anpas­sung. Ich fin­de es so wie es ist, okay. Eine Gesell­schaft muss es, so schlimm das ist, ertra­gen kön­nen, dass alle paar Jah­re mal jemand aus­hakt. Ver­hin­dern kann man das näm­lich sowie­so nicht.

    Aber wenn es dann zu einer aktio­nis­ti­schen Poli­tik kommt, die Com­pu­ter­spie­le und Paint­ball ver­bie­tet, wäh­rend der lega­le Waf­fen­be­sitz und die Schüt­zen­ver­ei­ne unbe­hel­ligt blei­ben, dann ist das für mich, mit Ver­laub, ein Kul­tur­krieg der alten Ses­sel­fur­zer in den Par­la­men­ten gegen den Life­style der Jugend und jun­gen Erwach­se­nen. Bei der Alters­zu­sam­men­set­zung des Par­la­ments ist es schon klar, dass die Schüt­zen die bes­se­re Lob­by haben. Wenn jeden­falls ein Wie­fel­spütz Paint­ball tat­säch­lich für sit­ten­wid­rig hält, dann wer­de ich mich dar­um bemü­hen, dass die­ser Mann in der nächs­ten Legis­la­tur­pe­ri­ode nicht mehr im Par­la­ment sitzt. Ich will mir jeden­falls von einem Par­la­men­ta­ri­er nicht vor­schrei­ben las­sen, was Kul­tur ist.

  7. Da muss ich eine Gegen­po­si­ti­on bezie­hen: Bei Paint­ball oder Got­cha han­delt es sich um das Nach­ah­men von Tötungs­hand­lun­gen, wie sie (mit schwe­re­rem Gerät wie Mör­sern und Schüt­zen­pan­zern – lei­der sind davon noch kei­ne farb­ku­gel­ge­la­de­nen erhält­lich) in Afgha­ni­stan rea­li­ter voll­zo­gen wer­den. Jeder kul­ti­vier­te Mensch, der die Berech­ti­gung hat, die­se Bezeich­nung zu füh­ren, soll­te eine Aver­si­on gegen die­se Art „Cow­boy und India­ner“ für frus­tier­te, aber (oder daher) schieß­wü­ti­ge Erwach­se­ne haben. (Für ver­mö­gen­de Russkis gibt es übri­gens eine noch rea­lis­ti­sche­re Ver­si­on, sie­he hier)
    Auch gegen Coun­ter­strike habe ich eine Aver­si­on, aus ähn­li­chen Ãœber­le­gun­gen her­aus. Das ist für mich alles mög­li­che, nur kein „life­style“. Die Pro­ble­ma­tik ist m.E. an einer ganz ande­ren Stel­le: Mein Schwie­ger­va­ter war auch Sport­schüt­ze. Damit bekam er die Erlaub­nis, schar­fe Waf­fen bis nach­her zur 45er zu erwer­ben. Ich habe aber nie ver­stan­den und wer­de es auch nie ver­ste­hen, war­um Sport­schie­ßen nicht auf (ver­hält­nis­mä­ßig) harm­lo­se Waf­fen (CO2, Luft­druck, Klein­ka­li­ber) beschränkt wer­den kann. Der Amok­läu­fer von Win­nen­den bal­ler­te mit einer Beret­ta 9mm Auto­ma­tik um sich. Es gibt für eine sol­che Art von Waf­fe kei­ne Begrün­dung, wes­halb sie ein Sport­ge­rät sein soll.

  8. Was den „PC-Teil“ angeht, emp­feh­le ich fol­gen­den Arti­kel: http://ur1.ca/809v
    (gefun­den bei Spiegel-online)

  9. Stefan

    27. Juli 2009 — 11:24

    Man kann ja zu Coun­ter­strike und Paint­ball unter­scheid­li­cher Mei­nung sein, es mit Schach zu ver­glei­chen, wie es die­se komi­sche Pira­ten­par­tei tut, ist in mei­nen Augen weder ori­gi­nell noch klug.

    Und für mich ist „Die dür­fen bal­lern und wir nicht“ auch kein beson­ders star­kes Argu­ment. Hört man in die­ser Form sonst eher von klei­nen Kindern.

    Das bedeu­tet natür­lich nicht, dass man das Waf­fen­recht nicht ver­schär­fen sollte.

  10. Ãœber die Gewich­tung von Sicher­heit und Frei­heit kann man natür­lich lan­ge debat­tie­ren. Aber wenn man sich für ein Mehr an Sicher­heit ent­schei­det, dann soll­te man aber nicht aus Lob­by­grün­den Paint­ball und Com­pu­ter­spie­le abstra­fen und die hei­li­ge Kuh Schüt­zen­ver­ein unan­ge­tas­tet lassen.

    @MiBu:
    „Ich habe aber nie ver­stan­den und wer­de es auch nie ver­ste­hen, war­um Sport­schie­ßen nicht auf (ver­hält­nis­mä­ßig) harm­lo­se Waf­fen (CO2, Luft­druck, Klein­ka­li­ber) beschränkt wer­den kann.“

    Das sehe ich im Ãœb­ri­gen ähn­lich. Eines soll­te man nicht ver­ges­sen: Die beim Paint­ball und bei Com­pu­ter­spie­len bereit­ge­stell­ten Instru­men­te eig­nen sich nicht für einen Amoklauf.

  11. @ MiBu …Da muss ich eine Gegen­po­si­ti­on bezie­hen: Bei Paint­ball oder Got­cha han­delt es sich um das Nach­ah­men von Tötungshandlungen.…

    Man kann es auch über­trei­ben, es gibt übri­gens noch mehr „Kriegs­sport­ar­ten“, ich den­ke da an Fech­ten.…. Du kannst es auch anders sehen. So haben Schnee­ball­schlacht und Got­cha das glei­che Spiel­prin­zip, nur das bei den gro­ßen Jungs mehr Mecha­nik / Pneu­ma­tik im Spiel ist.
    Fakt ist, das eine Paint­ball­waf­fe zum Töten von Men­schen oder sons­ti­gen Säu­ge­tie­ren unge­eig­net ist. Selbst das Ver­let­zungs­ri­si­ko dürf­te bei ord­nungs­ge­mä­ßer Benut­zung des Sport(!)gerätes nicht dra­ma­tisch höher lie­gen als der unsach­ge­mä­ße Umgang mit einem Küchenmesser.
    Womit ich mit dir über­ein­stim­me ist, dass eine „Beret­ta 9mm Auto­ma­tik“ min­des­tens(!) genau­so­gut zum Töten wie zum Sport­schie­ßen geeig­net ist und sol­che Waf­fen nicht in Hän­de von Pri­vat­per­so­nen gehören.

    @Permanent_Brain
    Nimm es mir nicht übel, aber dass Kin­der dazu ange­hal­ten wer­den, „den Geg­ner nie­der­zu­ma­chen“ in dem Sin­ne, wie du es offen­sicht­lich dar­zu­stel­len ver­suchst, hal­te ich für an den Haa­ren her­bei­ge­zo­gen. Der Kon­kur­renz­ge­dan­ke ist nun mal die Grund­la­ge jeder Sport­art. Falls du einem belie­bi­gen Sport (also einer Kon­kur­renz­si­tua­ti­on) nichts abge­win­nen kannst, ist das wohl dei­ne per­sön­li­che Ein­stel­lung woge­gen ich nichts habe. Die­se aber der All­ge­mein­heit über­zu­stül­pen, ist irgend­wie dane­ben. Ãœb­ri­gens behaup­te ich mal dreist, dass der “Konkurrenzgedanke” schon “evolutionstechnisch” bedingt ist und er wohl kaum durch “intellektuelle Debat­ten” abge­schafft wer­den wird.

  12. @Nordlicht_70
    Wenn jun­ge Män­ner (gibt es auch Frau­en, die Spaß an Paint­ball haben?) sich in Camou­fla­ge klei­den, die Gesich­ter mit dunk­ler Far­be tar­nen und auf der Suche nach den „Fein­den“ durchs Gelän­de rob­ben, auf die, die sie auf­ge­spürt haben, mit Farb­ku­geln schie­ßen und die Getrof­fe­nen als tot aus dem Spiel aus­schei­den (ich hof­fe, ich habe die­ses „Frei­zeit­ver­gnü­gen“ rich­tig para­phra­siert), dann han­delt es sich IMHO nicht um eine Schnee­ball­schlacht mit ande­ren Mit­teln, son­dern um kin­di­sches Nach­ah­men des Sol­da­ten­hand­werks. Und das bestimmt nun­mal im Töten! (Ach nein, lap­sus lin­guae, in der Spra­che der Mili­tärs heißt das „Ter­mi­na­ti­on von Weich­zie­len“.) Es kommt für mich nicht dar­auf an, ob die benutz­ten Waf­fen gefähr­lich sind oder nicht, son­dern wel­che rea­le Situa­ti­on Vor­la­ge für die­ses Schwach­sinns­spiel ist.
    Natür­lich kann man auch Fech­ten kri­tisch sehen – von Boxen oder UFC ganz zu schwei­gen, aber das Argu­ment „x ist gar nicht so schlimm, weil y noch schlim­mer ist“ las­se ich nicht gel­ten, das sagt nur etwas über die Rela­ti­on zwi­schen x und y aus, nichts über den abso­lu­ten Wert von x und y. Im übri­gen (Ach­tung, es wird noch mehr off-topic) gehört von den olym­pi­schen „Sport­ar­ten“ ale ers­tes die gesam­te Rei­te­rei abge­schafft, noch vor Boxen etc.

  13. Jetzt muss ich aber lang­sam geste­hen, dass ich im letz­ten Jahr mal mit einem pro­fes­sio­nel­len Bogen geschos­sen habe – gar nicht schlecht (geteil­ter 1. Preis bei einer Geburts­tags­ge­sell­schaft) und hat sehr viel Spaß gemacht. Habe ich als Medi­ta­ti­ons­übung abgespeichert.

    Zum The­ma Boxen kann ich nur bei­tra­gen, dass das wäh­rend der Kreis­spar­ta­kia­den in Rib­nitz immer im Sta­di­on frei­luft aus­ge­tra­gen wur­de, hat mei­ne Kin­der­see­le stets abge­schreckt und ich bin wie­der ins Spiel­lo­kal geeilt, um an mei­ner Gold­me­dail­le zu arbeiten ;-)

    PS für MiBu: Ja, es gibt auch Frauen!

  14. @MiBu Leu­te, die sich oli­ve­grün anma­len und im Tarn­an­zug rum­lau­fen, fin­de ich auch etwas *räus­per* obskur. Ich den­ke hier an das ursprüng­li­che Spiel. Zwei Par­tei­en ver­su­chen in einem begrenz­ten und extra her­ge­rich­te­ten Gelän­de das Spiel­ziel zu errei­chen – alle Geg­ner (die Kon­kur­ren­ten) durch Tref­fer von Farb­ku­geln (statt Schnee­bäl­len) aus dem Spiel zu neh­men (dazu muss man kei­nes­wegs töten sagen, das sagt man beim Fech­ten ja auch nicht, obwohl das prin­zi­pi­ell das Ziel ist) bevor die eige­ne Mann­schaft durch Tref­fer kom­plett aus dem Spiel ist. Ja, dar­an haben auch Frau­en Spaß.

    Unse­re Mei­nung ist wohl des­halb unter­schied­lich, weil du es als Kriegs­spiel auf­fässt und ich als Frei­zeit­ver­gnü­gen. Das was du meinst, ist sicher bei der Bun­des­wehr bes­ser auf­ge­ho­ben, da kön­nen die schön im Sand­kas­ten üben.… ;-)

  15. @Stefan
    Mit Pfeil und Bogen – du wirst doch nicht etwa unter die Kriegs­trei­ber gehen? ;-)

    Mit Boxen kann ich mich auch nicht anfreun­den, für mich ist das kör­per­li­che Gewalt, die ich ableh­ne. Ich hät­te schon Hem­mun­gen, mei­nem Geg­ner die Faust ins Gesicht zu schlagen.
    Dazu sinn­ge­mäß ein Spruch mei­nes Vaters, der uns zwar zum Judo oder Rin­gen gelas­sen hät­te aber nicht zum Boxen: Das Grin­sen wird zur Gri­mas­se, wenn du dabei sagst du hät­test gewon­nen und dir feh­len zwei Zäh­ne und die gebro­che­ne Nase ist schief.
    Das gilt für jeg­li­che „kör­per­li­che Aus­ein­an­der­set­zung“ (also Prü­ge­lei­en etc.), die ich nicht mag.

  16. Hier in HGW habe ich mit mei­nen „Waf­fen­brü­dern“ schon 2x Paint­ball gespielt. Der Betrei­ber hat extra dar­auf wert gelegt, dass nur Blau­män­ner statt Tarn­sa­chen ver­wen­det wer­den, um oben genann­ten Ver­hal­ten entgegenzuwirken.

  17. Die Fra­ge ist doch ob ein jeg­li­cher Sport bei dem es gilt sein Gegen­über zu besiegen,dazu geeig­net ist,aus dem Aus­üben­den auto­ma­tisch einen kran­ken Psy­cho­pa­then zu machen.Offensichtlich ist dies nicht der Fall sonst gäbe es seit der Anti­ke kei­nen Sport.Millionen Men­schen trei­ben Sport und es pas­siert nichts.Diese Mil­lio­nen müss­ten der kru­den Logik der Gesetz­ge­ber ja auto­ma­tisch Psy­cho­pa­thisch krank wer­den nur weil sie ihren Sport ausübten.Die Amok­läu­fer die wir bis jetzt erlebt haben sind kran­ke iso­lier­te Ein­zel­tä­ter bei denen wir uns immer wie­der wun­dern ob ihrer harm­lo­sen Bie­der­keit in der sie vor dem ALauf lebten.Wir kön­nen die Geset­zes­la­ge ver­schär­fen z.B. bei Schuss­waf­fen etc.Letzten Endes wird ein kran­ker Psy­cho­path immer Mit­tel und Wege fin­den sei­ne Krank­heit Final auszuleben.

  18. @SHL, ich sel­ber habe gar kein Pro­blem mit dem Kon­kur­renz­den­ken im Sport bzw. im Schach. Ich bin ja sel­ber offen­bar begeis­ter­ter Schach­spie­ler, sonst hät­te ich es nicht trotz sehr man­gel­haf­ter Erfol­ge jahr­zehn­te­lang in der einen oder ande­ren Form betrieben.

    Ich habe es aber nicht als klei­nes(!) Kind erlernt und somit nicht auf eine Art und Wei­se, die unter Umstän­den den Cha­rak­ter schlecht prägt. Ich ste­he zu mei­nen ganz oben nach­zu­le­sen­den Ãœber­le­gun­gen vom April 2007 (nur zufäl­lig ab 1. April :-) ).

    Steht denn fol­gen­des in Frage?

    –> Schach, „ernst“ aus­ge­übt, ist ein geis­ti­ger Kampfsport.
    –> Die Nie­der­la­ge des ande­ren ist Dein Erfolg.

    Noch­mals, ich sehe das alters­ab­hän­gig. Ab 12 ist das ver­mut­lich gar kein Pro­blem mehr, oder kein gro­ßes. Aber ein Kind ab 5, 6 Jah­ren zu einer Schach-Kampf­ma­schi­ne zu trim­men – noch­mals, ich spre­che von geziel­tem Trai­ning, nicht von gel­gent­li­chen harm­lo­sen Kin­der­zim­mer­spie­le­rei­en – MUSS hin­ter­fragt werden.

    P.S. Die Schach-Ver­glei­che der Gamer betrach­te ich n.w.v. als sati­ri­sche Ãœber­zeich­nung, aber mit dem nöti­gen Körn­chen Wahr­heit. Von ihrem Stand­punkt, den ich im Prin­zip tei­le, ist das poli­tisch logisch.

  19. „Schach, “ernst” aus­ge­übt, ist ein geis­ti­ger Kampfsport.“

    Nun ja, die Kon­tra­po­si­ti­on ist: Eine künst­le­ri­sche Aus­drucks­form mit Wett­be­werbs­cha­rak­ter. Lei­der wer­den Erfolg und Miss­erfolg im Sin­ne von Sie­gen und Nie­der­la­gen recht hoch bewertet.

    Ins­ge­samt sind Aggres­sio­nen nichts, was man gene­rell ver­dam­men muss. Sie spie­len viel­mehr in der Ent­wick­lung eines Men­schen eine wich­ti­ge Rol­le. Ich sehe bei Paint­ball vor­wie­gend den sport­li­chen Cha­rak­ter und den Fun-Fak­tor. Genau­so, wie es mir als Kind viel Spaß gemacht hat, mit Was­ser­pis­to­len und ‑bom­ben einen Feld­zug zu beginnen.

  20. Stefan

    29. Juli 2009 — 13:57

    Ich ver­wei­se noch auf die Dis­kus­si­on zum The­ma auf dem Frei­tag.

  21. Inter­es­san­ter Arti­kel und inter­es­san­te Dis­kus­si­on (Selbst- und Hilfs­matts inter­es­sie­ren mich nicht so). 

    In einem Punkt möch­te ich Per­ma­nent Brain recht geben, im Schach gibt es eine spe­zi­el­le „Gefahr“. Ein­zel­ne Spie­ler (könn­ten) den­ken, dass sie jeman­dem, den sie gera­de im Schach besiegt haben, auch all­ge­mein geis­tig über­le­gen sind. Dass die­se Men­schen so den­ken, liegt aber nicht am Schach, son­dern an ihnen selbst.

    Ob Kin­der spä­ter zu cha­rak­ter­schwa­chen oder gar psy­cho­pa­thi­schen Erwach­se­nen wer­den, hängt sicher nicht dar­an, ob sie Schach spie­len oder wie früh sie ernst­haft damit begin­nen. Maxi­mal könn­te die Art und Wei­se, wie ihnen das Spiel ver­mit­telt wird oder wie sie moti­viert wer­den, dass nächs­te Spiel zu gewin­nen, einen Ein­fluss haben. Auch dies liegt nicht am Schach, son­dern am Trai­ner bzw. den (über­ehr­gei­zi­gen) Eltern. 

    Wenn mit zuviel Zeit­auf­wand Schach trai­niert wird, sehe ich dass auch als pro­ble­ma­tisch an, weil sich die Kin­der (auch über 12-jäh­ri­ge) dann zu wenig bewe­gen und wahr­schein­lich auch zu wenig Kon­takt zu „nor­ma­len“ Kin­dern haben.

    Ich habe mir auch schon einen Ein­blick gegönnt, wie klei­ne Kin­der im Fuß­ball oder im Hand­ball trai­niert wer­den. „Der darf auf kei­nen Fall durch­kom­men“ ist da nur ein harm­lo­ser Trai­ner­spruch in der F‑Jugend. Auch hier geht es dar­um, ande­re Men­schen zu besie­gen und im Not­fall auch weh zu tun, wobei der Not­fall im Zwei­fel dann ein­tritt, wenn der Gegen­über ein Tor schie­ßen oder wer­fen will.

    Ins­ge­samt sehe ich kein Pro­blem, Kin­der mit Schach in Berüh­rung kom­men zu las­sen, all­ge­mein gilt: Die Dosis macht das Gift

  22. Permanent_Brain

    13. August 2009 — 00:14

    Zum The­ma ob und inwie­fern Schach ein Kriegs­spiel ist, paßt sehr gut fol­gen­des YouTube-Video:

    Es ist eine Wer­bung für …

  23. Ist das ernst gemeint oder Sati­re? Oder ernst gemein­te Satire??

  24. Permanent_Brain

    15. August 2009 — 21:00

    Es scheint sich tat­säch­lich um eine (An-)Werbung der U.S. Mari­nes aus den 80er Jah­ren zu handeln.

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