„Ich habe Euch schon gesagt, guter Freund“, erwi­der­te der Pfar­rer, „daß die­ses geschieht, um unse­re müßi­gen Gedan­ken zu ergöt­zen. Und so, wie man in einem wohl­ge­ord­ne­ten Gemein­we­sen gestat­tet, Schach, Ball und Bil­lard zu spie­len, um Leu­te zu ergöt­zen, die nicht arbei­ten wol­len oder dür­fen oder kön­nen, so erlaubt man den Druck sol­cher Bücher, weil man glaubt, wie es auch wirk­lich der Fall ist, daß nie­mand so unwis­send sein wird, um irgend­ei­ne der Geschich­ten in die­sen Büchern für Wahr­heit zu hal­ten. Und wenn es mir jet­zo ver­gönnt wäre und die Zuhö­rer es begeh­ren soll­ten, so wür­de ich über das, was die Rit­ter­bü­cher ent­hal­ten müß­ten, um gute Bücher zu sein, man­ches sagen, was viel­leicht einem und dem andern zum Nut­zen, ja, auch zum Ver­gnü­gen gerei­chen möch­te. Allein ich hof­fe, es wird die Zeit kom­men, wo ich es jeman­dem mit­tei­len kann, der die Macht hat, dem Ãœbel zu steu­ern. Inzwi­schen aber glaubt nur, Herr Wirt, was ich Euch gesagt habe. Nehmt Eure Bücher und seht, wie Ihr Euch mit ihren Wahr­hei­ten oder Lügen abfin­det. Mögen sie Euch wohl bekom­men, und Gott gebe, daß Ihr nicht eins­tens an dem­sel­ben Kar­ren zu zie­hen habt wie Euer Gast Don Quijote.“

Miguel de Cer­van­tes: Don Qui­jo­te (1605)